Geschichte

Boots-Motoren "Vortex", "Wichr", "Wirbelwind"


Die Ähnlichkeit mit den König-Motoren von 1964 ist mit bloßem Auge zu erkennen.
Der Prototyp der Vortex, Wichr und Wirbelwindmotoren stammt von König (Deutschland) ab.
Nur dieser Königmotor hatte 1964 30 PS.
Außenbordmotoren von Vortex, Wichr und Wirbelwind sind sehr weit verbreitete Motoren in Russland. In den besten Jahren wurden jährlich bis zu 150.000 Motoren in 2 Fabriken produziert. Es sind zwar veraltete Motoren, bei denen viele Design-Lösungen erfolglos blieben und sie schnell als "die Schande der russischen Industrie" bezeichnet wurden. Aber aufgrund des niedrigen Verbrauchs von Vortex und Wichr in der aktuellen Generation wird die negative Haltung gegenüber inländischen Motoren als unbegründet erachtet.

In den frühen 60er Jahren wurde beschlossen, einen Motor eines ausländischen Unternehmens nachzubauen. Erfolgreich wurde ein "Johnson" nachgebaut. Der Nachbau eines 20 PS "König" wurde auch versucht. Im Jahr 1965 gingen die ersten Nachbauten der Firma König in Produktion. 1965 wurde auch bekanntgegeben, daß König die Pruduktion eingestellt habe.

Im Jahre 1965 erschienen die ersten Motoren in den Läden. Sie entwickeln zunächst gar nicht 20 PS, sondern nur 17 PS.

Es gab viele Probleme mit den ersten Nachbauten,
die Laufbuchsen, Getriebe, Vergaser und Zündung waren unzuverlässig.

Die Wasser-Pumpe war sehr unsicher in ihrer Funktion und führte zu einer raschen Verschlechterung und Störung der Kühlung. Viele Schwierigkeiten gab es mit der Antriebswelle und deren Lagerung.

Die veraltete Technik führte zur einem hohen Verbrauch von 9 l/h, da der Guss-Zylinder, das Stahl-Schwungrad und das Gehäuse des Vortexmotors zu schwer waren - immerhin 48 kg.
Mit dem Propeller (D = 240, H = 300) war es schwer für die meisten großen Boote ins gleiten zu kommen.

Dennoch gab und gibt es Modernisierung. In den späten 60er Jahren wurde ein Prototyp Vortex-30 hergestellt
Dieser Motor nahm an verscheidenen Rennen teil.

In den frühen 70er Jahren wurde eine neue Produktions-Motorreihe Vortex-M mit einer Leistung von 25 PS gebaut. Ein Arbeitsvolumen von 422 cm3 gab 5 PS mehr Leistung, ausserdem wurde die Kühlung verbessert und die Kolbenringe besser gelagert. Der Kraftstoffverbrauch erhöhte sich nur um 0,5 l/h. Durch die Verwendung eines Aluminium-Zylinderblocks mit einer dünneren Laufbuchse konnte das Gewicht des Vortex-M auf 45 kg reduziert werden. Auf den ersten Vortex-M wurde die alte Zündanlage verbaut.

Mit 25 PS Leistung wurde in dem Wirbel-M ein neues Getriebe verbaut, die Wellenlagerung erfolgte mit Kugellagern. Der Auspuff und das neue Getriebe waren viel kürzer, wodurch die Belastung der Pinne sich veringerte. Vom Motor Neptun 23 stammte die Magnetzündung MN-1. Die Zuverlässigkeit beim Start wurde verbessert. Es war nun möglich, daß der Motor Strom abgibt,  12V, 30 Watt, ausserdem gab es einen Gleichrichter zum laden der Starterbatterie. Vortex-M war viel besser als der 20 PS starke Wirbelwind .

Daruf wurde die Produktion vom 20 PS starken Wirbelwind in der Kuibyshev-Anlage beendet und an die Perm-Motor-Fabrik übergeben, wo die "Zwanziger" bis in die späten 70er Jahre gebaut wurden.

Mitte der 70er Jahre hatten die Kuibyshev Werke die technologischen Schwierigkeiten überwunden und begannen schließlich die Serienproduktion des Wirbel-30. Dank der Leistung und der abgestimmten Auspuffanlage wurde der spezifische Kraftstoffverbrauch auf 350 ml/PS gesenkt. Das Gewicht des Motors mit manueller Schaltung betrug brauchbare 45,5 kg. Dieser 30 PS Motor war mit Elektrostarter und Gleichrichter zum Aufladen des Akkus ausgestatt und wog 49 kg. Ein neues, geräumiges Gehäuse aus Kunststoff reduzierte wesentlich die Motorengeräusche. In der Zukunft sollte es zur Vereinheitlichung der neuen Motorenpalette einen Gleichrichter auf den Vortex-M geben.

Nach der Übergabe von Dokumenten an Kollegen in Perm, wurde die Produktion des Wirbel 30 aufgenommen und die der 20iger eingestellt.

In den späten 70er Jahren wurde die Produktion von Swirl beschlossen, die Motoren sollten eine elektronischen Zündung haben. Die neue elektronische Zündung MB-2 wurde auf dem Wirbel von 1980 eingebaut. Motoren mit der Elektronikzündung bekamen den Zusatztitel Elektronik.

Allerdings war die Einführung der elektronischen Zündung beim Wirbel eine klare Enttäuschung. Die MB-2 war sehr unzuverlässig. Die meisten der Motoren konnten nicht mal in der ersten Saison gestartet werden. Die Platine war nur sehr schwer zu reparieren. Das Schwungrad für die MB-2 unterschied sich von dem Schwungrad zu dem System der CF-1, dieses unterstürzte die elektronische Zündung.

Die elektronische Zündung konnte nicht funktionieren, weil der Thyristoren KU202M und Widerstand nicht immer 100%ig arbeiteten. Die MB-2 wurde modernisiert, ersetzt wurden die Widerstände in der Schaltung um sie leistungsfähiger zu machen, die Thyristoren KU202 wurden komplett entfernt. Die Zuverlässigkeit hatte leicht zugenommen.

In den nächsten Jahren wurden kleinere Änderungen umgesetzt. Aktualisiert wurde auch der Vergaser . Propeller gab es mit 280 mm bis 300 mm Steigung, wodurch eine bessere Nutzung der Motorleistung möglich wurde. So wurden die Motoren  bis 1991 gebaut.
Im Jahr 1991 gab es einen Ansturm von Beschwerden der Verbraucher wegen der neuen elektronische Zündung MB-22, die als Ersatz für die unzuverlässig MB-2 verbaut wurde. Um die Temperaturkontrolle der Thyristoren und des Dioden-Blocks im neuen System stabil zu halten, wurden spezielle Hochspannungs-Transformatoren verwendet. Die Reparatur des Systems MB 22 war jetzt viel einfacher. Die Weiterentwicklung des Vortex-30 ist nicht abgeschlossen. Stand 1993 .

Der "Nachbau" der anfänglichen 18 PS Motoren wurde von Dieter König vertraglich genehmigt, Bedingung war, daß diese Motoren nur innerhalb der sowjetischen Grenzen vertrieben und jährlich 25 orginale Rennmotoren der Fa. König abgekauft werden. Später wurde die Lieferung an sportliche Leistungsträger (zur eigenen Verwendung) im Ausland erlaubt. Deren Übergabe war jedoch nachweispflichtig und stark reglementiert. nach meiner Information sind auf diese Weise ca. 300 Motoren "offiziell" in die DDR gekommen. russische Offiziere belieferten den "Schwarzmarkt", indem bei Transportflügen aus der UdSSR in das Militärversorgungszentrum Zossen unter anderem diese Motoren eingeflogen wurden. Oft wurden beiliegende Ersatzteile getrennt veräußert. Ein weiterer Pfad tat sich auf, als DDR-Montagekräfte, die in der UdSSR an der Gas- bzw. Öltrasse arbeiteten, "sich" diese Motoren mitgebracht haben. Zusätzlich wurden die "Wichr" unter den Bedingungen des Warschauer Paktes in den Bestand der NVA aufgenommen, wo sie den 23 PS Neptun ablösten, der unter anderem am RSB (Rettungs-Sicherungsboot) in paarweiser Bestückung zum Einsatz gekommen ist. Im Ausrüstungssatz der sogenannten "Scheinbrücken" (luftbildverfälschend) tauchten sie ebenfalls auf, genau wie die bekannte "anka" - das Ruderboot. Der Bootshänger HP 501.00 wurde als Unterfahrgestell für Panzerattrappen bei Gefechtsübungen eingesetzt ...

Wichr

Viele kennen ihn, viele fürchten ihn, viele hassen ihn, viele waren kurz davor ihn zu versenken...., aber wer es mit der rauhen Technik aufnehmen will - hier die Daten des zeitweise stärksten Außenborders des Ostens:

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etwas aufgefrischt gibt es ihn immer noch