Panther XL

Liebe Leserschaft,

an dieser Stelle berichte ich fortlaufend und aktuell über die Rekonstruktion meines Bootes. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und werde versuchen, viele Details und Besonderheiten zu zeigen.

Worin liegt die Faszination, ein Boot zu besitzen? Nun, sicher ist das eine Frage, die nur eingefleischte Wassersportler beantworten können. Ob mit dem Wind, mit dem Paddel oder per Motorkraft auf dem Wasser unterwegs zu sein: Uns eint die Liebe zum Element. Das Erfahren des ursprünglichen, das „Sich-anpassen-an- eine –andere-Welt“, die Flucht aus dem alltäglichen Trott und das Gefühl von Freiheit und Einzigartigkeit ist die Triebkraft, ein Boot zu führen. Motorrad fahren ist das gleiche!

Dem Wassersport wird ja oft nachgesagt, dass er ursprünglich und naturverbunden sei. Das mag ja auch weithin stimmen, wenn ich an all die Jollensegler oder Ruderer denke. Doch wo hört Sport auf und fängt Luxus an? Ab 12 ft? Oder 12 qm? Oder 10 PS? Ich halte diese ganze Diskussion über Wind, Motor, Holz und GfK, Länge, Breite und PS für ziemlich überflüssig.

In meinen Augen gibt es nichts schöneres, als langsam und vorsichtig ein Revier von der Wasserseite aus zu erkunden. Wie oft fahren wir über Straßen mit dem Wissen, dass nur wenige Meter entfernt ein Fluß läuft. Jeden Tag sehen wir die Attraktionen, ohne sie auch einmal aus dem Blickwickel des Wassers wahrzunehmen. Ein durchaus gutes Beispiel ist das Berliner Regierungsviertel. Nur mal umsteigen vom Auto auf einen der Ausflugsdampfer. Ich wette, dass niemand der an Bord Befindlichen eine Bootsfahrt mit einem Sportboot ablehnen würde.

Als an der Havel aufgewachsener Knirps konnte ich eher angeln als Fahrrad fahren. Mit dem Faltboot waren wir unterwegs. Das ist die ursprünglichste und intensivste Art, sich auf dem Wasser zu bewegen. Nach Jahren des Spaßes war es vorbei durch Lebensentwicklungen. Ich denke heute noch gern an diese unbeschwerte Zeit zurück.

Zu meinem ersten Boot kam ich durch eine Annonce. Es wurde ein Cadet angeboten,  ehemals olympische Klasse. Okay, ich konnte so leidlich segeln, war kein schlechter Vorschoter.  Ich habe es gekauft. Ein Cadet ist ziemlich klein; zwei Mann und das Boot ist voll. Aber es lief wie sau!  Wir hatten einen Riesen Spaß ! Ich habe es dann verkauft. Warum? Zu klein.

Seit dieser Zeit hatte ich mit Booten  nix mehr am Hut. Nicht mal einen Gedanken daran. Eines Tages 2006 lernte ich einen Typen kennen, der war Dauercamper und hatte einen „Lotos“. Der Inbegriff des DDR-Luxus-Bootes. Boah... schick, mit Rückwärtsgang, Liegewiese und überhaupt! Das wollte ich auch!! Hab ihm gesagt, dass, wenn wer mal hört, das ein Boot zu verkaufen sei, er mich anrufen soll. Nach 14 Tagen klingelte das Telefon. Er hätte was, billig, Holz, gut. Das wurde dann meine Wiking 500 „Gritta“.
mehr...

Ich bin also zu meinem Boot gekommen aus einer Laune heraus. Ich wusste nicht, was das für ein Boot ist. Holz eben, billig, aber komplett (zerlegt). Wartburg kannte ich und sah da kein Problem. Holz? Auch nicht unbeleckt, da ich  väterlicherseits in der heimischen Tischlerei helfen durfte und  musste.

Unbedingt wollte ich wissen, was das für ein Boot ist. Habe recherchiert und bin dann auf oldieboote.de auf zwei Fotos gestoßen. Jepp, das isses! Mein Boot! Also, der Typ! Coole Nummer! Nun beteilige ich mich oft an dem Forum von oldieboote.de und freue mich, dabei zu sein.

Das Boot ist nun verkauft. Natürlich nicht ohne Ersatz: Ein Panther mit zwei Motoren, Baujahr 1969, in leidlichem Zustand. Was für ein Heck! Chevy Impala lässt grüßen! Ich habe Pantherbesitzer immer etwas beneidet. Einfach eine herrliche Linie hat das Boot.
Mein Ziel ist es, zum Sommertreffen 2010 mit dem Boot dabei zu sein.

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Riß
Tankverschluß
Detail
Aus alt mach neu (Boot & Fun)

Bautagebuch

Beginn der Rekonstruktion am 05.12.2009

Mitte September 2009 bin ich mit Vini mit meinem Boot zu einer Marina nördlich Potsdams gefahren. Ziel der Reise war eine grüne Plane, unter der etwas aus Holz stecken musste. Es entpuppte sich als ein Traum in Holz! Nach einigen Verhandlungen war es dann soweit: Am 9.10.2009 kam der Panther auf den Abschlepper. (Bild 1+2) Für einige Zeit musste die Neuerwerbung auf Nachbars Grundstück parken, da die Garage mit der Wiking besetzt war, die auf Herrichtung für die Messe in Berlin wartete. Am 5.12.2009 rollt er in die „Pantherschmiede“. (Bild 3) Alles ausgeräumt. Endlich Zeit und Ruhe, das Holz zu begutachten. Der Kahn ist ja beschichtet. Doch je mehr ich hinsehe und ausräume und prüfe, desto größer wird mein Missmut. Hier die unvollständige Auflistung der Schäden (Bilder 4 bis 9):

  • Die Ruderanlage fehlt komplett
  • Beide Wellen und Propeller fehlen
  • Die komplette Auspuffanlage und der Bb-Abgaskrümmer fehlen
  • Die hinteren Seitenverkleidungen und die Motorkiste fehlen
  • Die Querwelle der Kupplungsbetätigung fehlt
  • Diverse Stahl- und Blechspanten fehlen
  • Der Boden ist ab ca. Rumpfmitte bis hinten stellenweise morsch
  • Zwei Spanten sind angebrochen
  • Die Verleimungen zwischen Deck und Rumpf sind quasi weg
  • Das Vordeck ist aufgequollen und delaminiert
  • Das Schandeck Bb vorn ist im Bugbereich gerissen
  • Die Scheibe hat zwei kleine Risse
  • Die Chromringe der Instrumente sind angerostet
  • Die Sitzbank vorn ist gebrochen
  • Der Tank fehlt
  • Die kupfernen Benzinleitungen sind herausgeschnitten
  • Die Schlangenlederpolsterung des Armaturenbrettes und der Plicht ist morsch


Nun zum positiven: Die Motoren (45 PS, 1000 ccm, Flachstromvergaser) sind komplett und drehen, die Instrumente (Jaeger) sind vollzählig. Alle Bodenbretter sind vorhanden. Alle Beschläge und Zierleisten sind vorhanden. Die E-Anlage sieht auch ganz passabel aus. In einem Karton mit Kleinteilen fanden sich auch eine Wellendurchführung und die Stopfbuchsen.

Durch einen Hinweis von Dirk(Janett) habe ich nun auch Kontakt mit dem Sohn des Ersteigners. Seit 1969 war das Boot nahe Teupitz zuhause, bis es Anfang der 70er nach Berlin verkauft wurde. Die Motorenanlage ist von Klaus Janetzki eingebaut worden.

14.12.2009

Michael Grothe kommt vorbei, um einen Blick aufs Boot zu werfen. Ich hoffte zu hören, dass der Boden drin bleiben kann, aber... GAU! Ich ahnte es, nun ist es vom Fachmann bestätigt. (Bild 10).
Mit einem lustigen Grinsen meint er, es sei keine große Sache; für mich schon. Ich laß das sacken und mach gar nichts mehr; Weihnachten naht ja.

25.12.2009

Wir haben die Bude voll mit Gästen, auch Janett und Dirk sind da. Kaum hier, schon Baustelle gucken.  „Zum Sommertreffen biste mit dem Boot da“, meinte Dirk zu mir. Ich bezweifle das. Wollen sie mich motivieren oder ist es wirklich so einfach?!

27.12.2009

Nun endlich kann ich loslegen. Leisten und Beschläge, Scheibe und Lampen hatte ich schon kurz vor Michaels Besuch demontiert. Nun also alles ausbauen, was rausgeht. Die restlichen Blechspanten, die Reste der Spritleitungen, die Peesen der Drehzahlmesser und Dutzende von Schraubschellen. Kabelbäume trennen, Zündanlagen raus, eine Wellendurchführung raus und und und. Ich staune, dass nicht eine alte, originale Schraube oder Mutter den Dienst verweigerte. „Neumodische“ Muttern musste ich schon abflexen. Genial fand ich die Kabelbinder. Es sind Weißblechstreifen mit einer „Gürtelschnalle“. Die ließen sich nach 40 Jahren ohne Problem öffnen! (Bild 11)
Manchmal war ich auch etwas verblüfft über die „Rohheit“ des gefundenen. Alle Bodenwrangen sind z.B. genagelt, mit verzinkten Nägeln. Klar, dass die lose sind. Zink gammelt im Holz nicht fest, Stahl schon. Andererseits war ich auch dankbar dafür beim Ausbau der Auffangwannen unter den Motoren. Die waren nicht nur geschraubt, auch genagelt! Spanten und Wrangen sind aus schlichter Fichte. Da muß ich einiges erneuern. Bei meiner Wiking war das alles Eiche.

28.12.2009

Fix in der Decke (abgehangen) einen Balken geortet und einen Augbolzen reingedreht, Kettenzug angehängt und die Motoren rausgehoben. Dem Konstrukteur der Motoraufhängung muß ich mal bei Gelegenheit die Hand schütteln:  k-k-p ist die Konstruktion. Knackig, kurz, präzise. Der Ausbau eines Motors dauert 10 min. Die harren nun im Keller ihrer Wiedererweckung. Jeweils auf der Bb-Seite der Motoren sind die Froststopfen raus. Ich kannte bis dato nur die aus Blech, doch da sind Messingstopfen drin! Ich fand unter dem Stb-Motor eine Messingscheibe und wusste nicht, woher die herkommt. Ich untersuchte die Blöcke und fand unversehrte Stopfen auf der Stb-Seite. Aus Messing. Dabei habe ich auch die Motornummer abgelesen. Bb ist 24.9.68 und Stb ist 10.10.68. An diesen Tagen sind die Blöcke gegossen worden.

Unter den Auffangwannen fand ich einen interessanten Stempel auf dem Boden:“ Bootsbau Sperrholz Germanischer Lloyd geprüft Sorte 18.66“. Dat is kwaliteit! (Bild 12)

29.12.2009

Das Boot sieht nach dem Striptease nun so aus (Bild 13).  Heute mache ich nicht viel. Die Instrumente habe ich ausgebaut und gleich geprüft. Alle funktionieren! Allerdings sind bei zweien die Chromringe nicht mehr so doll. Die DZM sind umgebaute Tachos Marke „Jaeger“ Die Gläser und die Zifferblätter sind von innen angedreckt, also muß ich die öffnen und putzen. (Bild 14). Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich mal das neue Lenkrad montiert. Das war damals für die „Wiking“ vorgesehen, aber passte ohne Umbau nicht. Hier auf Anhieb und somit kann ich den Hupenring auch seiner Bestimmung zuführen und den separaten Hupenknopf ausbauen. (Bild 15) Den überflüssigen Blinkerhebel samt Schalter habe ich auch gleich ausgebaut.

Mittlerweile kreisen meine Gedanken um den Fertigstellungstermin. Was wäre es ein Fest für mich, mit dem fertigen Boot zu Himmelfahrt nach Teupitz zu kommen. Aber wirklich realistisch ist das nicht. Sicher ist es sinnvoller, im Frühjahr in Ruhe alles fertig zu machen, um dann zum Sommertreffen ein zuverlässig laufendes Boot zu haben. Irgendwo dazwischen wird die Wahrheit liegen. Auch bin ich immer mehr davon überzeugt, die hintere Plicht zu schließen und eine kleine Sonnenkuhle daraus zu machen. Ich bin meist alleine mit dem Boot unterwegs; falls doch mal vier Leute an Bord sind, legt sich die Bikinifraktion eben hinten hin. Aber ich werde es so bauen, dass es jederzeit ohne Aufwand reversibel ist, d.h., die Auspuffanlage baue ich original ein. Dann kann jederzeit die Sonnenkuhle raus und die alte Sitzbank rein. Ich spare mir auch erst mal das Anfertigen einer Motorkiste, das Neupolstern der hinteren Sitzbank und die Anfertigung der hinteren Seitenverkleidungen.

Mit diesen Gedanken beschließe ich mein Bootsjahr 2009 und kaufe Sekt für Silvester.


01.01.2010

Das neue Jahr beginnt wie das alte: Ab in die Garage! Während viele noch katern oder rumlümmeln, zieht es mich zu meinem Holzhaufen. Unbedingt will ich den Kahn innen reinigen. Zumindest den verbleibenden Boden. Die Tips aus dem Forum habe ich im Kopf. Staubsauger, Pinsel, Bürste, Prilwasser stehen bereit. Ich sauge, schrubbe, scheuere und muß sagen: Spüli reicht. Ich glaube aber, dass das Boot innen schon einmal nachlackiert wurde. Unter den Motorwannen ließ sich das Holz wunderbar reinigen. Die anderen Fächer nicht so gut; dort war alter Dreck mit Lack überzogen. Das Ergebnis zeigt Bild 16. Der Unterschied ist gut zu sehen. Weiter schrubbe ich nicht, denn ab da fliegt der Boden raus.

07.01.2010

Gestern habe ich mir Ralfs Trailer geholt. Ich habe beschlossen, den Boden nicht selbst zu tauschen. Mir fehlt dazu einfach der Arbeitsraum und auch die eine oder andere Maschine. Und ich traue mir das nicht wirklich zu. Ralf und Dirk erledigen das. Also mit meinen Nachbarn den Kahn auf den Trailer gewuppt. Erstaunlich leicht ist der Panther.
Im Auktionshaus sind mir heute leider zwei nagelneue Kupplungen durch die Lappen gegangen.

08.01.2010

Das Boot ist in Halbe angekommen. (Bild 17). Zwei Matratzen, 8 Arme... schon liegt der wie ein Schildkröte aufm Rücken (Bild 18). Einen Probeschnitt gemacht, um zu sehen, was da unter dem Polyester ist an Substanz. Ab diesem Zeitpunkt lasse ich arbeiten. Wohl ist mir nicht dabei, weil ICH das nicht mache. MEIN Boot, MEINE Arbeit. Schon das erste herausgetrennte Stück zeigt, wie mangelhaft das Polyester auf dem Holz haftet. Das Gewebe ist quasi „unbenutzt“! (Bild 19).

Nebenbei bei Uwe noch zwei Propeller abgestaubt.

Schnell verließ ich diesen Ort und begab mich weiter fort...

09.01.2010

Anruf Ralf um 14:43 Uhr. „hi Dirk, Micha hatte recht mit seinem fachmännischen Blick. Kiel machen wir neu, auch die Stringer sind faul. Die Bretter, auf denen die Wellendurchführungen sitzen auch. Naja, hinten die....“ Ich hab mal schnell weggehört.  Ich habe dann noch mal zurückgerufen, um die frohen Boot-schaften noch mal zu hören. Auf deutsch: die hinteren 1,20 m sind Schrott. Fast. Okay, das kommt so weit wie möglich neu. Wenn schon, denn schon (Bilder 20 bis 23). In Bild 23 kann man sehen, wie Holz aussieht, wenn es einer Dauerbewässerung aufgrund einer undichten Polyesterbeschichtung ausgesetzt ist. Das Boot sieht nach Ausbau des Bodens, der Stringer und der Wellendurchführungen so aus (Bild 24). Interessant auch Bild 25. Hier ist der Beweis, daß sich das Laminat überhaupt nicht mit dem Holz verbunden hat. 

„Ossi-Schrott“ in Potsdam hat zwei originale, neue Kupplungen auf Lager. Ich kann Marco Takke nur empfehlen! Wenigstens das klappt.

Mein Lieblingsbier ist heute im Angebot. Hab leider vergessen, davon ein Foto zu machen. Toll, wie man aus grünen Flaschen blau werden kann.

14.01.2010

Heute habe ich die Kupplungen geholt. Leider nur eine neue Mitnehmerscheibe, aber dafür zwei Tellerfederautomaten. Das ganze zur Probe montiert, paßt alles. Doch die notwendige Bedienkraft wird bei der Tellerfederkupplung so groß, daß ich Sorge habe, die über das Originalgestänge übertragen zu können. Eine Kupplung okay, aber es sind ja zwei. Also baue ich doch die alten Automaten ein, die sind ja noch gut. An der Stb-Maschine habe ich gleich noch den fehlenden Froststopfen ersetzt. Auch den habe ich bei "Ossischrott" bekommen. Seit unserem Gespräch auf der "Boot und Fun" wird er verstärkt auch auf den Bootssektor gehen, sagte er mir. Am Rumpf ist nichts weiter vorangegangen. Der dicke Schnee machte es einfach unmöglich, zur Halle zu kommen.

Nächstes Wochenende will ich sämtliche Anbauteile von den Motoren demontieren, um die Blöcke und die Anbauteile zu lackieren. Die Motoren werden klassisch wieder schwarz/silber, die Kühlleitungen grün. Das Entfetten wird noch lustig; ich berichte.

17.01.2009

Heute habe ich mich nochmal mit den Kupplungen beschäftigt. Bild 26 zeigt die Unterschiede der Automaten gut. Besonders der Graphitring der alten Ausführung sollte untersucht werden; er darf nicht gebrochen oder abgenutzt sein. Die zu sehende Mitnehmerscheibe ist auch die alte Ausführung vom W 311/312. Die moderneren haben anstelle der Gummischwingungsdämpfer querliegende Schraubenfedern zu Dämfung. Allerdings ist das beim Boot ohne Belang. Ich kann es nicht zeigen, da die vorhandene Scheibe schon eingebaut ist. Mit etwas Bremsenreiniger habe ich mal ein bißchen an den Motoren geputzt. Siehe da, das sieht alles gar nicht so übel aus! Ich verzichte also auf das Neulackieren und spare Arbeit und allerlei Dichtungskram. Das Reinigen werde ich mittels Dampfstrahler machen; in der Waschhalle eines Bekannten geht das.

Den frisch erworbenen Krümmer habe ich montiert. Zu dem Mischventil fehlt allerdings der Bedienhebel, an den der Bowdenzug angelenkt ist, um das ganze bequem von vorne bedienen zu können. In meiner Uraltwerkzeugkiste, die alles enthält, was ich nicht wegwerfe, finde ich einen alten Durchschlag. Das Material ist schön weich, also gebohrt und stirnseitig eine Gewindeloch für die Klemmschraube gebohrt. Es ist dann eine Madenschraube geworden, da ein Schraubenkopf an den Schläuchen scheuern bzw. nicht vorbei gehen würde. Ein stabiler Blechstreifen bildet das Widerlager für den Bowdenzug. Die Bilder 27 und 28 zeigen Original und Nachbau. Bei einem hier im Ort ansässigen Autoteileladen habe ich sechs originale 18er Kerzenstecker aufgetrieben.

21.02.2010

Nun sind ja einige Wochen vergangen, ohne daß hier etwas neues erschien. In dieser Zeit habe ich so allerlei "Kleinkram" bearbeitet, so u.a. eine Zahnradpumpe an die Bb-Maschine montiert. Die war noch übrig von meiner Wiking und brauchte nur neue Stopfbuchsenschnur. So treibt der originale(wieder eingebaute) Riementrieb keinen Lüfter, sondern eine Pumpe. Mittels Abzweig wird auch im Stand Wasser durch beide Motoren gefördert.

Ich hatte das Glück, endlich den Sohn des Erstbesitzers kennenzulernen. Mit Fotoalbum und allerlei Geschichten. Herrlich, so die Historie des Bootes zu erfahren! Das Boot wurde schon kurz nach seiner Lieferung mit Kunststoff überzogen. Es war nie ganz dicht (sic!) Ich hoffe, nun wird es besser.  Durch einen Hinweis von Dirk habe ich auch die alten, originalen Auspuffdurchführungen bekommen. Richter-Marine ist nicht nur für Teile, sondern auch für Klönschnack und den einen oder anderen Rat gut.

22.02.2010

Farbgebung... Ja, das ist so ziemlich die komplizierteste Sache. Seit Kauf des Bootes kreisen meine Gedanken darum, denn ich möchte ein Boot wiederaufleben lassen, das technisch nah am Original ist, andererseits optisch dezent modern wirkt. Vini hat mir einige Farbvarianten anhand eines vergleichbaren Bootes gemacht. Danke dafür. Meine Entscheidung steht seit heute: weißes AF, die Polsterungen in cremeweiß mit türkisfarbenen Applikationen und Nähten. Falls jemand Ähnlichkeiten zu bekannten italienischen Booten mit "R" am Anfang vermutet... warum nicht? Rrränggdrääädännggdengdengdeng

Das gesamte Holz für den Boden nebst Kunststoff und Schrauben steht bereit. Krätschmer und Schraubenexpress lassen mein Portemonnaie leichter werden und mich meinem Ziel näherkommen. Heute waren es 7° C!  Es ist nun bald Ende Februar, dann muß ich den Kahn in meiner Garage haben. Ich habe etwas Druck gemacht bei Dirk; mehr aus meinem Wissen heraus, was noch auf mich wartet als "nur" die Erneuerung des Bodens. Euphorisch verlade ich die Motoren zur Reinigung.

01.03.2010

Die Motoren sind prima sauber, doch etwas hat der Lack doch gelitten. Das wird ausgebessert und gut. Ich habe die Motoren mit handelsüblichem Maschinenreiniger eingesprüht, 10 Minten einwirken lassen und mit einem Dampfstrahler abgewaschen. Das ganze zweimal. Dieser Prozedur hat kein Dreck, keine Rostlaufspur widerstanden.  Alle sensiblen Öffnungen, wie Auspuff und Luftfilter, habe ich mit Lappen zugestopft.

Die fehlenden Stahlspanten sind mittlerweile auch nachgefertigt. Ich werde sie aber erst einbauen, wenn der Kahn wieder im Pantherstall -sprich zuhause- steht. Jedes einzelne Teil muß angepaßt und gebohrt werden. Danach lackieren und rein damit. Original und Nachbau zeigt Bild 29.

Viel wichtiger: Am Rumpf geht es mit großen Schritten voran! Die Bilder 30 bis 32 zeigen die neuen Stringer und die Bretter, auf denen die Wellendurchführungen sitzen werden. Vor der Montage sind die Ausklinkungen in den Spanten geschliffen worden, um saubere Klebeflächen zu erzeugen. Die Stringer und die beiden Bretter werden mit Epoxy eingeklebt und zusätzlich mit Niro-Schrauben verschraubt.  Hier war Messing drin. Okay, die 200 Schrauben sind echt zu wenig! Wer also mal einen Panther verkaufen möchte, sollte den Wert des verbauten (Bunt)-Metalls nicht vergessen!

Die Stringer sind aus 12 mm starken Eichenleisten gefertigt; ebenso die beiden (Kiel)-Bretter. Der Boden wird aus 8 mm Gabun (Okoume)-Sperrholz gefertigt, alles wie im Original.  Es wird!

03.03.2010

Heute hat sich der Aufsichtsbeamte vom ordnungsgemäßen Fortgang der Arbeiten überzeugt. Echt klasse, was die beiden da machen, es flutscht nur so! Das hätte ich niemals so fertiggebracht. Meine Bedenken hinsichtlich hinsichtlich der Wellendurchlässe im Boden hat Ralf zerstreut. Ich hätte die Maße und Lage von den alten Teilen übertragen und wäre Gefahr gelaufen, daß die Löcher nicht passen. Sie werden nach Montage der Wellenböcke gebohrt.

Die Bilder 33 bis 36 lasse ich mal für sich sprechen.

05.03.2010

Eins zwei drei im Sauseschritt, läuft das Harz, ich roller mit! Was für eine Freude! Heute nun kommt die erste Laminatschicht drauf. Unter Anleitung durfte ich sogar selbst einige Bahnen rollen. Tut gut, wenigstens neben Kaffee kochen und Bockwurst holen endlich mal wieder selbst Hand anlegen zu können. Ich wollte heute jedoch nur dabei sein, um das Laminieren mal zu sehen. Wie geht es, was ist zu beachten, was ist der Trick... Heute habe ich was gelernt. Geduld, Vertrauen und wissen, was man tut, führt zum guten Ergebnis. Mein nächstes Boot würde ich selbst laminieren, doch dieser Panther wird mein letztes Boot sein. Hält noch vierzig Jahre!

Bild 37 zeigt den laminierten Boden (1. Schicht), Bild 38 meine Laune. Und ein Tip für Zweifler: Ja, man kann einen Raum gut mit Propangasofen/kanone beheizen. Die Fähigkeit der Luft, Wasser aufzunehmen, steigt exponential zur Temperatur. Also kein Problem mit Luftfeuchtigkeit.

13.03.2010

Am Donnerstag rief mich Ralf an. Der Boden ist fertig laminiert, gespachtelt und geschliffen, fertig fürs malen. Ich bin heute also sofort nach Halbe gefahren, um den Primer aufzutragen. Bild 39 zeigt den fertig geschliffenen Boden. Als Anstrichsystem habe ich mich aufgrund meiner Erfahrungen für "International" entschieden. Aufs Epoxy kommt eine Lage Primocon als Haftvermittler/Sperrgrund. Darauf dann zwei bis drei Lagen Antifouling Trilux 33 weiß. Es ist ein teflonhaltiges Hartantifouling. Die fertige Primoconbeschichtung zeigen die Bilder 40 und 41.

15.03.2010

Es ist vollbracht! Der Boden ist fertig! Das Antifouling ist drauf. Glatt wie ein Kinderpopo ist der Boden. Die Bilder 42 bis 45 zeigen es. Dieser Abschnitt der Restauration ist damit geschafft. Nun beginnt meine eigene Arbeit!

27.03.2010

Seit einer Woche steht das Boot wieder im heimatlichen Pantherstall. Am Freitag habe ich das kaputte Bb-Schandeck  abgebaut. Nach gefühlten 1000 Propfen und Schrauben -die sich alle ziemlich schnell ergaben- verschlechterte sich meine Laune schlagartig. Alles lose, alle Leimungen quasi weg, die Rumpfleisten lose und die Verstärkungen zwischen den Decksbalken fielen einfach ab. Sofort ändere ich meinen Plan dahingehend, keinen Plan mehr zu haben! Bild 46 zeigt das Boot ohne Vordeck. Die Bilder 47 bis 49 lassen die losen Teile erkennen. Die losen Teile werde ich mit Epoxid neu kleben; die losen Rumpfleisten zusätzlich verschrauben.

Eine Überraschung hatte das Armaturenbrett, besser die Ablage über selbigem, parat. Um das Vordeck abzubauen, mußte dieses Brett runter. Also habe ich das alte Kunstleder abgerissen und sah... nichts. Keine Schraube, keinen Nagel. Das Brett war vollflächig verklebt und hielt bombenfest!  Das Bild 50 zeigt die Trümmer. Mittlerweile habe ich einen Ohrwurm: Der Tischler ist mein bester Freund, ich brauch' Holz, ich brauch' Holz...

Nun noch das alte Kunstleder des Armaturenbrettes und der Waschborde runter, dann ist alles demontiert und der Zusammenbau kann beginnen! Ich berichte.

10.04.2010

Die letzen 14 Tagen waren aufregend! Die ungeplant-geplante Gründung eines Vereins läßt mich nicht los. Na klar, es geht um alte Boote! Da will ich dabei sein. Mein Herz hängt an den "ollen Bretterhaufen", wie jüngst ein Freund zu mir sagte. Zwischenzeitlich habe ich geschafft, das Holz für das Vordeck und die Ausleistungen zu kaufen. Wie damals bei der "500" habe ich mich für das Original entschieden: Gabun. Allerdings die Ausleistung nicht in Fichte, sondern in Mahagonie.

Doch chronologisch:

Den nagelneuen Boden habe ich innen mit Leinölfirniß gestrichen. Blöder Anfängerfehler... ich habe dem Firniß kein Terpentin beigemischt. Das braucht das Öl, um abzubinden. Nach nunmehr 6 Tagen ist der Firniß eingezogen und trocken. Der Boden zeigt sich in Bild 51. Optisch sieht man kaum einen Unterschied zu den lackierten Flächen, wie Bild 52 zeigt. Die Oberfläche ist rauher, ich schleife das nochmal an und bringe eine zweite Schicht Firniß auf.

Bild 53 zeigt das schöne Mahagoniearmaturenbrett nach Entfernung des alten Kunstleders. Das will ich in natur wieder aufarbeiten, doch mich stört die Aluplatte des Instrumententrägers. Lackieren oder Einsatz aus Holz.... mal sehen.

Endlich habe ich die Stb-Deckplatte montiert. Das war nicht einfach und ist nicht perfekt. Bild 54 gibt einen Überblick, man sieht die Propfen auf den Schrauben. Ich wollte nicht schrauben, doch nur kleben mit Epoxy schien mir zu wenig, da das Deck doch ziemliche Spannung hat bei 8 mm Sperrholz. Die Fülleisten habe ich geklebt und genagelt, jeweils in Deckmitte und am Schandeck. Heißt, die Sperrholzfüllung genau einpassen. Immer wieder sachte schleifen, bis es paßt. Das war fast ein Tag mit Montage. Einen Spalt von 0,8 mm auf einer Länge von 8 cm habe ich mir gegönnt, siehe Bild 55.

Holz ist das eine, Polster das andere. Nach dem Abriß des alten Kunstleders an den Waschborden fand ich in Teilen verrotteten Polsterschaumstoff. Ich wollte erst alles abreißen und erneuern, doch das meiste war gut. In Bild 56 sieht man die ersetzten Schaumstoffteile der Polsterung. Mittels Rasierklinge und Kleber habe ich das angeformt.

In diesem Boot steckt alles im Detail. Ich bleibe hartnäckig! Und werde Kompromisse machen. Der Gesamteindruck zählt und letzlich die Funktionalität.

15.05.2010

Nachdem nun eine ganze Menge Zeit vergangen ist, in der -scheinbar- nicht viel passierte, habe ich heute ein kleines Ratespiel für Euch vorbereitet. Nichts ist ja langweiliger als eine dröge Abfolge von Holzarbeiten. Doch dazu später mehr.

In so einem Panther steckt doch eine ganze Mege Stahl. Neben den erwähnten Messingschrauben macht das im Falle des Abwrackens auch was aus :-) Scherz beiseite, Bild 57 zeigt den neuen Boden nebst neuer bzw. neu gebauter Stahlspanten. Ich habe die Stahlteile mit Hammerite Hammerschlaglack gestrichen. Die einzig sichtbaren Hammerschläge waren meine.

Nun  zum Ratespiel. Bild 58 zeigt das neue Schandeck. Wer genau hinsieht, erkennt den eingebauten Fehler. Preis fürs Erkennen? Na nix! Den Ärger teile ich nicht, basta. Wie kam es dazu? Nach meiner Meinung lag es an dem nicht temperaturkompensierten Zollstock. Da verdrücken sich schnell mal drei Zentimeter :-) Wer die Lösung hat, darf mich anrufen und bekommt ne Grillwurst!

In Bild 59 seht ihr, wie die Decksteile geschäftet sind. Zur Montage wird das noch angepaßt. Als Kleber habe ich wie immer Epoxy mit mittelschnellem Härter genommen, angedickt mit Microballons. Das gibt einen schön geschmeidigen und langsam anziehenden Kleber. Nachdem dieser Tag nicht so verlief wie geplant, habe ich mein Handwerkszeug unüblicherweise grob behandelt, siehe Bild 60!

An dieser Stelle denke ich an unsere Sportfreunde, die wie so oft zum Frühjahrstreffen kein gutes Wetter haben... Gerne wäre ich in Teupitz, doch meine Baustelle geht vor. Ihr habt sicher Spaß!  Und die Papiere für unseren Verein sind auch auf gutem Weg.

29.05.2010

Wieder vergingen zwei Wochen, in denen ich am Panther weitergemacht habe. Mittlerweile ist das Vordeck verleimt und verschraubt, die Propfen sind gesetzt. Beim Anpassen des Schandecks blieb gottlob ein kleines Stück Mahagonie übrig, aus welchem ich ein Paßstück für die fehlende Ecke am Bug zauberte. Bild 61 zeigt die Auspuffauslässe. Diese habe ich mit Eisenglimmer lackiert und mit Klarlack versiegelt. Bild 62 zeigt die Wellenböcke und die neu angefertigten Wassereinläufe. Ich hoffe, die Konstruktion funktioniert!

Etwas mehr Sorgen bereitet mir die Auspuffanlage innen. Die in Bild 63 zu sehenden Schalldämpfer waren garantiert nicht original in diesem Boot; die Halterungen passen nicht dazu. Auch ein original Pantherschalldämpfer paßt nicht dazu. Der Tank muß etwas nach Stb rücken, sodaß auch der Einfüllstutzen nicht mehr paßt. Insgesamt werde ich hier improvisieren müssen. Der Tank stammt übrigens aus einem kleinen Panther.

Heute kam nun endlich die Rotex zum Einsatz. Ich habe Papier von Festool dazu genommen, 40er Korn, einmal Marke "Brilliant", einmal "Crystal". Holla, das ging los! "Crystal" ist die eindeutig bessere Wahl, sowohl von der Abtragsleistung als auch von der Standzeit. Ich habe heute den Formschliff des Vordecks gemacht, d.h., Schandeck, Ausleistungen, Propfen usw. geglättet. In Bild 64 ist das zu sehen. Weil es so flutschte, habe ich gleich noch das Deck bis zur Mitte vom alten Lack befreit. Ich habe eine (!) Schleifscheibe gebraucht! Mach's gut, Baumarkt... Ich zahle lieber mehr und spare.

30.05.2010

Die gestrige Schleifaktion machte einigen alten Propfen den Garaus. Die habe ich erneuert, auch die Schrauben darunter. Meine Erfahrung ist, die Propfen nicht mit Epoxy einzukleben, da ein ganz feiner, aber sichtbarer dunkler Rand entsteht. Mit Holzleim passiert das nicht. Bild 66 zeigt ein paar Spachtelstellen. Dort habe ich mit der Stichsäge ein paar Macken produziert. Aus Mahagonieschleifstaub und Holzlein habe ich einen Kitt angerührt und die Macken verspachtelt. Mal sehen, wie es nach dem Schleifen aussieht.

12.06.2010

Heute ist mal wieder schleifen, schleifen, schleifen angesagt. Echt die härteste Arbeit! Die verspachtelten Macken sind kaum noch zu sehen; man muß genau hinsehen. Auf Bild 67 lache ich noch, aber das änderte sich... Bild 68 zeigt den geschliffenen Spiegel. Die fleckige Oberfläche kommt daher, daß ich noch nicht tief genug geschliffen habe, sodaß der ins Holz gezogene Lack noch nicht ganz entfernt ist. Ich schruppe das Boot mit 40er Korn und schleife dann fein hinterher, um diese Flecken zu entfernen.

Auf Bild 69 kann man unscharf erkennen, warum ich nicht mehr lache. Betrachtet Euch genau die hintere Deckskante (da, wo der Lichtschalter an der Wand ist). Mit hat es die Rotex etwas verrissen und schwupp, war ich sofort durchs Deckfurnier! Mist, das ist nicht reparabel. Die Verfärbungen um die Decksöffnung stammen vom tanken. Das Öl ist tief eingezogen, vorm Entlacken war das nicht zu sehen. Nun steht die Frage, das Achterdeck auch neu zu machen.

Einen Teil der geschliffenen Bordwand sieht man auf Bild 70. Ein schöner roter Farbton des Holzes kommt hervor. Die Rundungen an den Heckflügeln waren echt schwierig zu schleifen. Überkopf ging es halbwegs. Das Bild 71 gibt mal einen Gesamtblick auf den jetzigen Zustand. Falls jemand einen prima Hafentrailer braucht: Der rote ist zu verkaufen. Paßt für Panther wie angegossen!

Ich habe auch gleich mal die Benzinleitungen provisorisch verlegt, siehe Bild 72. Ich nehme wieder beide Benzinhähne in Betrieb, da ich sonst befürchte, daß der laufende Motor die Leitung des stehenden leersaugt.

21.06.2010

Ab heute habe ich eine Woche Urlaub, prima! Was habe ich vor?

Schleifen, schleifen, schleifen... (Bild 73)

22.06.2010

Schleifen, schleifen, schleifen... (Bild 74)

23.06.2010

Schleifen, schleifen, schleifen... (Bild 75)

24.06.2010

Schleifen, schleifen, schleifen... aber diesmal das Geländer am Haus. Ist endlich mal ne sinnvolle Beschäftigung. (Bild 76)

25.06.2010

Geländer lackiert und Boot schleifen, schleifen... fertig! Bild 77, und Bild 78 zeigt mich in Habacht mit Gewehr vor der Brust. Insgesamt verbrauchte ich 26 Schleifscheiben. Der Lack war stellenweise richtig dick drauf und wehrte sich ordentlich. Das Boot habe ich zweimal geschliffen; einmal zur Lackentfernung und das zweitemal zur Entfernung der mit Lack vollgesogenen Oberfläche.

Bild 79 gibt einen Eindruck der fertigen Polster.

03.07.2010

So langsam nimmt alles Form an. Die Auspuffanlage bereitete mir etwas Kopfzerbrechen, da in dem Boot weder die bekannten "Birnen" noch die bekannten Panther-Schalldämpfer drin gewesen sein können. Also habe ich die vorhandene Halterung etwas verändert, um die Birnenschalldämpfer montieren zu können. Die habe ich jeweils in Gummi gelagert. Bild 80 zeigt die Dämpferanlage sowie den Tank.

Den Tank habe ich auf die verkehrt herum verschraubten Spanten gestellt und mit Klemmwinkeln seitlich (Bild 81) und einem Spanngurt befestigt. So ist der Tank im Bedarfsfall binnen weniger Minuten ausgebaut. Die grünen Schläuche dienen der Kühlwasserzufuhr. Original waren hier 3/8" Rohre verlegt; ich habe 3/4" Schlauch genommen, um die Strömungswiderstände zu reduzieren.

In Bild 82 sieht man das montierte obere Armaturenbrett und kann erkennen, wie es sich dem Decksprung anpassen mußte. Das Brett mußte sich an jeder Seite um ca. 5 cm biegen. In Bild 83 ist die Schraubenreihe bzw. die Propfen gut zu erkennen. Ich habe das Brett nur von oben mit dieser einen Reihe verschraubt, zusätzlich, aber wohl unnötig, habe ich wie in Bild 84 zu sehen, die Enden des Brettes noch mit je vier Schrauben fixiert. Das ganze ist vollflächig mit Epoxy geklebt. Bei den herrschenden Temperaturen band der Kleber binnen 20 min ab! Das dauert sonst 2-3 Stunden.

13.7.2010

Mittlerweile habe ich das Armaturenbrett fertig. Ich habe es mit weißem Kunstleder bezogen, ebenso wie die Polster auf den Waschborden. Bild 85 zeigt die Armaturen. Die Elektrik habe ich sortiert und alles geklemmt. Die eine überflüssige Tankuhr soll durch ein Amperemeter ersetzt werden, doch die Instrumente von Jaeger sind nicht mehr zu kriegen. Ich suche seit einem halben Jahr danach. Danke an dieser Stelle an mr. ot, der mir geniale Klebefolien für das Boot gemacht hat!

Heute habe ich auch die Ruderblätter abgeholt. Alles aus V2A, was für Süßwasser reicht. Mit Wasserstrahl geschnitten, gratfrei, paßgenau und preiswert! Die Leute von aqua-cut sind wirklich freundlich und haben es drauf. In Bild 86 sieht man die Einzelteile der Ruderanlage. Den genauen Sitz nehme ich am Boot ab und lasse dann das ganze schweißen. Die Ruderanlage wird ja nicht mehr original nachgebaut, denn die außenliegenden zwei Ruderquadranten nebst Koppelstange sind nicht wirklich schön am Pantherheck. Das verlege ich alles nach innen. Dazu muß der Tank noch um ca. 10 cm nach vorn, was aber dank der Klemmbefestigung und des Spanngurtes ein Klacks ist.

Die abgebildeten Scharnierwinkel und Messingbuchsen sind Originalbestand und nach einem zweistündigen Bad in Abbeizer leidlich von der alten Farbborke befreit. Vielleicht lasse ich die auch neu machen aus V2A.

Die Zielkurve naht... Doch eins fehlt: Der Lack! Die Lieferung aus Holland wurde beschädigt und ging unterwegs retour. Hoffe, morgen kommt das neue Paket. Deshalb habe ich zur Überbrückung die Arbeiten an den Armaturen und den Rudern vorgezogen.

16.07.2010

Heute ist Feiertag! Eine Hochzeit ist ja wirklich was besonderes... aber eine Doppelhochzeit! Heute abend habe ich den Kahn innen gereinigt und dann spontan die Motoren eingehangen. Bild 87 zeigt den Stb-Motor am Haken. Im Bild 88 sieht man sich dem Ziel nähern...Ja, mittels Kettenzug und Augbolzen in der Decke geht das fieren spielend (Bild 89). Gleiches leichtes Spiel mit der Bb-Maschine. Bild 90 gibt dann mal den Überblick. Die Luftfilter stammen ursprünglich vom Wartburg 313 und sind komplett. Die lasse ich extra versichern!

Zum Problem mit der Wasserpumpe morgen mehr. Nur soviel: Guter Gedanke, aber nicht zuende gedacht. Jedenfalls ist es mein Etappenziel, die Motoren morgen zum Leben zu erwecken. Meine Nachbarn habe ich schon vorgewarnt, denn es wird sicher laut. Übrigens, die Lacklieferung ist noch immer nicht eingetroffen.

17.07.2010

Heute habe ich die Motoren verdrahtet, Benzin- und Kühlleitungen angeschlossen usw. usf..  Die Kühlwasserpumpe mußte ich wieder demontieren, da genau an dem Einbauort der Auspuff der Stb-Maschine entlang läuft. Schade, denn es ist eine selbstansaugende Zahnradpumpe. Und ich wollte sie an der Bb-Maschine haben, da dort auch die Lichtmaschine sitzt. Um 18 Uhr dann die Drehung an den Schlüsseln: Beide liefen! Zwar holperig und nicht sauber, doch das war zu erwarten. Bb hat sich aber gleich verabschiedet. Der Benzinhahn war zugesetzt mit Korkbröseln der Dichtscheibe. Er tropfte auch. Also aus dem "Lager" einen anderen geholt, eingebaut, und dann gings! Zu sehen und hören bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=n8TughWR6PM

18.07.2010

Den heutigen Sonntag wollte ich eigentlich mit meiner Allerwertvollsten am Baggersee verbringen, doch das Wetter war angenehm... zum Schrauben! Also ran an den Kahn, die Chokezüge eingebaut, eine Zündspule getauscht, die Peesen der Drehzahlmesser eingebaut, die Hupen getauscht.... Natürlich wollte ich auch wissen, ob die Kühlungen dicht sind. Also einen 3/4"-Gartenschlauch an den Stb-Staudruckeinlaß und sachte Wasser gegeben. Sieht alles gut aus! Hier und da etwas nachgezogen und gut.  Dasselbe mit Bb gemacht. Da sprudelte es ordentlich. Um das Leck besser zu finden, einfach mal den Auspuff zugehalten. Super GAU! Ich staunte nicht schlecht, als Wasser aus der Kerzenbohrung schoß. Ich habe einfach mal dem Wasser den Abfluß genommen und es füllte dann Brennräume und Kurbelgehäuse. Gottseidank haben die Motoren Ablaßschrauben am Kurbelgehäuse. Rausgedreht und ca. 2 Liter Wasser kamen heraus. Ich habe sofort etwas Öl eingefüllt und den Motor drehen lassen. Kerzen rein und gestartet.... Er sprang an und setze aus. Die Kerzen waren hübsch naß vom Wasser. Das ganze dreimal, dann lief er wieder.  Das Leck war übrigens ein undichter Froststopfen. Den habe ich auch gleich getauscht.

19.07.2010

Heute abend habe ich probehalber mal die Innenverkleidung vorn und die Sitzbank eingebaut. Die Bilder 91 und 92 zeigen die Inneneinrichtung. Ich glaube, das wird ganz gut. Die komplette Motorenanlage zeigt Bild 93.

31.07.2010

Heute habe ich mich an die Wellendurchlässe gewagt. Unterm Strich war es simpler, als ich annahm. Mittels eines Stück Rohr habe ich den Auftreffpunkt der Welle auf den Boden ermittelt. Dann habe ich ein Rechteck von 30 x 120 mm angerissen und mittels Stichsäge ausgesägt. Das Bild 94 zeigt den Bb-Durchlaß. Dremel und Raspel gaben dem ganzen Form und Anschrägung. Die Durchlässe habe ich dann mittels Epoxy mehrfach versiegelt. Im Bild 95 erkennt man den Aufbau des Bodens im Bereich der Durchlässe. 12 mm Eiche, Klebeschicht, 8 mm Sperrholz und dann drei Lagen Gewebe.

07.08.2010

Nachdem nun die Durchlässe gebohrt sind, habe ich heute die ganze Geschichte montiert. Ordentlich mit Sikaflex eingedichtet, verschraubt und Stopfbuchsen und Wellen montiert. Im Bild 96 ist zu erkennen, daß die Wellendurchlässe nicht mehr ganz am alten Platz sitzen. Gut, daß ich nicht die alten Bretter als Schablone verwendet habe! Motor und Wellenböcke sind zwar am alten Ort montiert, doch sicher mit wenigen mm Abweichung. Das reicht schon, um die Durchlässe gut 3 cm nach vorne versetzen zu müssen. Damit paßt auch die Verschraubung mit dem Stahlspant nicht mehr. Ich lasse das so.

Der Probelauf beider Wellen zeigte, daß die Bb-Welle perfekt rund läuft. Die Stb-Welle hat einen sehr geringen Schlag von etwa 0,5 mm. Das gleicht die Gummilagerung der Stopfbuchse aus. Das ganze dreht leicht und frei, ohne Geräusche. Bild 97 zeigt die montierten Propeller. Nun kann ich langsam von einem Boot sprechen.

Auch der Lack wird langsam. Das Bild 98 zeigt das Boot nach der 2. Beschichtung.

15. 08.2010

Heute habe ich die Lackierung abgeschlossen. Insgesamt sind 5 Schichten Epifanes Bootslack klar auf dem Boot. Die ersten drei Schichten habe ich abnehmend um 50-25% verdünnt mittels Microfaserrolle aufgetragen. Ab der 2. Schicht habe ich mit Wasserschleifpapier (400er Korn) zwischengeschliffen. Insgesamt stellt sich der Lack gut dar, obwohl es zunächst kein endgültiger Anstrich ist. Diese Saison wird sehr kurz und das trockene Boot wird quellen. Das in die kleinen Fugen der Bordwandleisten eingebrachte Sikaflex wird sicher etwas herausgedrückt werden, sodaß ich da eh nochmal ran muß. Das Bild 99 zeigt das fertig lackierte Boot.

17.08.2010


In vier Tagen, also am 21.08.2010 soll das Boot in Teupitz in sein Element! Ich muß mich beeilen; es sind noch einige Dinge zu erledigen. So muß ich noch die Ruderanlage montieren und hoffen, daß meine Skizzen und Berechnungen auch praktisch funktionieren. Die Ruderblätter habe ich aus Edelstahl fertigen lassen und um ca. 25% größer dimensioniert als das Original. Auf den Pinnen sitzen Gleitbuchsen, die mittels Flacheisen verbunden sind, um die Ruder parallel zu führen. An dieses Flacheisen sind dann die Ruderseile mittels Schäkel und Wantenspanner angelenkt, um die Seile spannen zu können. Funktionsprobe auf dem trockenen: perfekt! Bild 99a zeigt die Ruderanlage. Natürlich darf der oldieboote.de-Aufkleber nicht fehlen! Dann noch Leisten, Scheibe, Klampen usw. montieren. Hunderte Schrauben.

20.08.2010

Fertig! Bild 100! Ich schreib' mal nix dazu...

21.08.2010

Wasserung in Teupitz. Eine ganze Schar neugieriger und mitfiebernder Bootsfreunde haben sich eingefunden, um dabeizusein. Ich denke nur: Hoffentlich läuft alles und ich muß nicht zuviele Lacher ernten... Bild 101 zeigt das Boot noch auf dem Trailer, aber wenige Minuten später ging die Post ab! Hier zwei kleine Filmchen: http://www.youtube.com/watch?v=86l5ggm9JQE und etwas professioneller http://www.youtube.com/watch?v=B8VRkUcgtRo

Natürlich wurde das Boot auch getauft. Danke, Vini-Crew, schöne Geste! Die Probefahrt war natürlich nicht ohne Mängel: Einmal sprang das Steuerseil von der Trommel, weil ich einen Wantenspanner nicht gekontert habe und das Seil sich lockerte. Die Koppelstange der Vergaserbedienung fiel am Stb-Motor bei voller Fahrt ab, weil ich eine Mutter nicht festgezogen habe. Im zweiten Video liege ich da so schön auf dem Wasser und tüddel das wieder dran. Das Bild 102 zeigt den Stb-Wellendurchlaß, der Wasser machte durch einen Riß in der Gußnaht. Ansonsten läufts und es macht einfach nur Spaß!

Epilog

Heute ist der 11.12.2010. Vor einem Jahr habe ich angefangen, den Panther zu rekonstruieren. Was für ein Unterschied zwischen Bild 1 und Bild 100! Die Mühe hat sich wirklich gelohnt, finde ich. Zwar war die Saison doch recht kurz, aber jedesmal war die Ausfahrt ein Erlebnis. Die Nostalgiewettfahrt in Bremen und die Messe in Berlin hat das Boot nun hinter sich und steht, inzwischen nochmals lackiert und kleine Kinderwehwehchen kuriert, in der Garage und wartet auf die neue Saison.  Ich gebe es zu: manchmal sitze ich in der Garage im Boot, habe die Augen zu und fahre die Havel auf und ab. Der Ton kommt in Stereo...

Zu guter letzt möchte ich allen danken, die es mir mit Rat und helfender Hand möglich machten, mein Traumboot fertig zu bekommen. Ich will keine Aufzählung von Namen starten, die Beteiligten wissen bescheid. Allesamt gehören sie jedoch der community von oldieboote.de an! Dankeschön!

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