Sagamona

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Hallo allerseits,

hier möchte ich etwas erzählen und zeigen von der Restaurierung meines Bootes und wie es damit anfing.
Im Sommer 2006 waren wir in Norwegen auf unserem Campingplatz, unser Urlaub ging zu Ende und am letzten Tag wurde mir von einem Bekanten ein altes Boot angeboten (das ich schon lange wollte). Nach kurzer Besichtigung habe ich es gekauft!
Ich habe gesehen, daß viel kaputt war und auf die Schnelle einen Einkaufszettel geschrieben fürs nächste Jahr. So habe ich die nötigsten Sachen repariert und bin damit dann zwei Sommer gefahren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Da vieles gemacht werden sollte, ist mir klar geworden, daß das Boot nach Hause muss. Ende des Sommer 2008 habe ich es nach Hause gebracht und mit der Restauration angefangen.

So sah es vor Beginn aus: Bild 1 und 2
Die Bilge war augeschäumt und darin stand Wasser. Ich habe den Boden aufgeschnitten, trockengelegt, neuen PU-Schaum eingearbeitet, das ganze habe ich mit Sperrholzplatten (6 mm) ausgelegt und mit Glasgewebe überzogen. Die Backskisten mit Leisten verstärkt und damit eine Auflage für die Sitzplatten hergestellt.
(Bild 3 und 4)

Das Jahr ging zu Ende, es kamen kalte Tage und man konnte draußen nicht mehr viel machen. Im Winter 2009 habe ich mit dem Innenausbau angefangen, es ist immer mehr geworden, neu Ideen kamen dazu, aufwendige Backskisten-Abdeckung, Sitzplatten hergestellt aus Mahagoniholz.
(Bild 5 und 6 )

Vorne im Bug eine Abtrennung mit Türen und seitlich Lautsprecher, so daß man die ganzen Kabel und Schläuche nicht sieht - der 42 l Kraftstofftank kommt als Gewichtverlagerung nach vorne.
(Bild 7)

Hinten im Heck war eine Wandabtrennung mit einer Klappe aus Seekiefer und es war sehr unbequem, den Kraftstofftank und die Bilgepumpe zu erreichen. Also habe ich es umgebaut mit Mahagoniholztüren, die meine Initialen tragen, seitlich Sperrholzplatten neu furniert und mit Intarsien-Einlegearbeiten veredelt , "Restaurert" ist auf norwegisch geschrieben.
(Bild 8)

Der alte Steuerstand aus GfK mit einer Sperrholzplatte nach unten befestigt passte nicht mehr, weder vom Aussehen noch vom Stil: ein Neuer muss her! So habe ich einen neuen Steuerstand entworfen und gebaut, von hinten quasi ein kleines Schränckchen mit einer Tür - ist noch weiter in Arbeit. 
(Bilder 9, 10, 11, 12)

Somit ist der Innenausbau zu 95% fertiggestellt. Im Frühjahr habe ich angefangen Teakdeck und Scheuerkante aus massivem Teakholz zu fertigen, was eigentlich auch fertig ist, muß nur noch angebracht werden, wenn es draußen warm wird und der Bootskörper neu lackiert ist.
(Bilder 13, 14, 15, 16, 17)

Jetzt mache ich noch einen kleinen Anbau von ca. 50 cm an die Kajüte aus Mahagoniholz, man sucht sich ja immer Arbeit. So sieht meine Restauration aus, ich muß sagen, daß ich mir eigentlich nicht vorgenommen und gedacht hatte, soviel und es so aufwendig zu machen, aber viele tolle Bilder, Boote im Internet, Besuch auf der Hanseboot u.s.w. bringen neue Ideen und Lust und man stellt die Frage warum nicht das eigene Böötchen vielleicht auch so ähnlich aussehen kann???
Und zweites ist es auch mein Beruf, ich bin zwar kein Bootsbauer aber Tischlermeister mit einer kleinen Tischlerei. Die Materialien, die ich verwende, sind auch nicht neu, die müssen auch zu meinen Boot passen - ein Glück das es Ebay gibt. Das Mahagoniholz, das ich verarbeitet habe, ist auch vierzig Jahre alt, so ist das, es macht viel Arbeit und natürlich viel Spaß.

Ich denke wenn es alles fertig ist und das Fahrzeug auf dem Wasser ein Hingucker wird, macht es viel Spaß! So werde ich dann weiter berichten, und sage nur: Ahoi, Bootsfreunde!

Text & Bilder: Artur Kissmann

 
Messe Berlin