"Vorplay"

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Kauf und erste Arbeiten/Erfahrungen:

Gekauft habe ich meine Solcio Typhon, die auf den Namen "Vorplay-3" hört - na klar - auf ebay.de. Maja und ich haben dann also mal wieder eine Reise zur Bootsabholung angetreten. Der Zustand war so wie vom Verkäufer beschrieben - relativ gut.

So stand sie also in Bayern unterm Carport. Zunächst musste der nicht mehr vorhandene Motor samt Antrieb besorgt und montiert werden, der Motor war und ist wieder ein Volvo-Penta B 20 mit 130 PS, als Antrieb dient ein Z-100. Leider habe ich hiervon keine Bilder gemacht (zuviel Aufregung…), aber er sitzt nun drinnen und verrichtet seinen Dienst.

Die erste Saison fuhr ich mit dem Boot ohne irgendwelche weitere Arbeit zu investieren, ich wollte erstmal alles testen bevor ich mit der Restauration beginne. Es hat sich im folgenden Urlaub natürlich gerächt: Elektrik-Fehlersuche im Urlaub.
Bild 1 War schnell behoben und der Urlaub ging weiter. Bild 2

Nun war es an der Zeit, die Farbe des Bootes zu ändern; zunächst wurde wie bei mir üblich alles abgerissen/-geschraubt, was nicht niet- und nagelfest war… Die Original Lackierung vom Werk gab dem Boot eine schöne Linie und sollte sich auch in der neuen Farbe wieder finden - ich entschied mich für die Farben: weinrot/bordeaux – altweiß.
Die einzelnen Arbeitsschritte in der Halle (schleifen, spachteln, schleifen, spachteln, grundieren, spachteln, schleifen, grundieren und letztendlich lackieren…) habe ich zwar auf Bildern festgehalten, nur ist die Qualität nicht die beste und wie spachteln/grundieren aussieht, weiß wohl jeder…

So kam es jedenfalls aus der Halle: Antrieb und Rumpf fertig.
Bild 3  Bild 4 es fehlen noch sämtliche Beschläge, aber so konnte ich zumindest noch zum Herrentagstreffen 2008 nach Teupitz. Bild 5 Was auf den Bildern nicht zu erkennen ist: die Zwischenschicht Epoxydharz ist durch einbrechende Kälte und vor allem Feuchtigkeit in der Halle nicht ausgehärtet, sie musste wieder runter, was mir nicht vollständig gelungen ist. Nun sieht man auf dem Deck Unebenheiten und teilweise „Verformungen“, also wird beizeiten alles abgeschliffen und mit 2-K Farbe neu lackiert. „Wer keine Arbeit hat macht sich welche"!

Das Boot lief bis dato ohne nennenswerte Schwierigkeiten, kurz nach dem Treffen dann folgendes: Die komplette Aufnahme ist abgerissen… Kein Wunder, wenn der Scherstift aus Edelstahl ist!
Bild 6 Das war nun besonders ärgerlich, weil ich mich bei der Montage des Propellers noch darüber gewundert habe, wieso der Stift aus Edelstahl ist; dieser sollte weicher sein bzw. „brüchiger“ damit er, wie seine Bestimmung dies vorgibt, bricht, wenn zum Beispiel Grundkontakt etc. passiert. Dieser Propeller hat mich fast 300€ gekostet und hat nur eine Saison gehalten… Bild 7

Erneuerung der Innenverkleidung:

ich habe mich für Holzverkleidung entschieden, welche nur mit Klarlack behandelt wird. Hierzu wird zunächst die Abtrennung zum Motorraum erneuert; ich achte dabei auf eine vollständige Abdichtung, damit weder evtl. austretende Abgase/Gerüche noch Motorgeräusche in den Innenraum dringen können. Danach werden die beiden Seiten des Cockpits und zum Schluß der Fußraum verschlossen. Ich verwende Sperrholz-Buche, wasserfest verleimt, welches ich nach dem schleifen erst beize (Mahagoni) und dann lackiere. Außer zum Motorraum werden in die Platten Löcher geschnitten damit die Hohlräume hinterlüften können. Die Platte zum Motorraum wird zusätzlich mit Dämmung versehen, ich mag den Sound meiner Auspuffrohre, aber nicht die ganze Zeit das Motorgeräusch im Nacken.... das kann man hier... hören und sehen.

Jetzt kommt es darauf an, die Maße so genau wie möglich vom Boot abzunehmen und auf die Platte zu übertragen, da ich sonst unnötig viel Sikaflex benötige, oder Holzplatte „anflicken“ muss. So sieht die geschnittene Platte eingebaut aus: Mit Sikaflex verklebt, gebeizt, erste Schicht Epoxydharz. Die kleinen Löcher unten sind Wasserabläufe, die zweite Schicht Epoxy erfolgte „nass in nass“, zum Schluss nach dem aushärten und Zwischenschleifen kam noch eine Schicht Klarlack-Matt drauf.

Es fehlt eine Luke zum Motorraum. Ich habe lange überlegt und bin zum Entschluss gekommen, daß ich das nicht mache, da ich ausreichend Platz im Motorraum habe um von allen Seiten ran zu kommen. Die beiden Seitenverkleidungen und die Verkleidung im Fußraum werden genauso behandelt. Dies aber erst nachdem ich Leerrohre für Kabel verlegt habe.

Inzwischen habe ich sämtliche Ersatzteile für meinen "neuen" Vergaser bekommen, ich musste ihn zerlegen, reinigen, neue Düsenetc. montieren und neu lackieren. Es handelt sich um das Modell Zenith/Stromberg CD175-2 wobei die Ziffer 2 für Doppelvergaser steht siehe Bild 8

Ich habe dank Ebay einen "neuen" Propeller gefunden (Bild 9) bin mal gespannt wie sich das Boot mit dem neuen Propp verhällt, der alte war ein 14" mit 14er Steigung, jetzt habe ich einen 14" mit 13er Steigung.

Da ich leider zuvor den Drehzahlmesser nicht angeschlossen hatte konnte ich nur nach Gehör entscheiden ob die Drehzahl zu hoch oder zu niedrig war...

Noch anstehende Arbeiten:

Motor aufarbeiten und lackieren
Motorraum spachteln/lackieren/dämmen
Deck neu lackieren Sitze anfertigen
Sitzbank/Staukasten bauen
Scheibenrahmen vervollständigen

Text & Bilder: Marcus Brüdigam

 
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