Schönherr Junior

Der Garagenfund - Bug
Der Garagenfund - Heck
Mit der Heißluftpistole abgebrannt
Der Lack war hartnäckig
Tage später - das Boot ist abgeschliffen
Der Motordeckel
Die Grundierung ist aufgebracht
Primer
Der Motor und Originaltank (ca. 5 l)
Der Wellentunnel
Der ausgebaute Motor - Effzett 3,5 PS
Ausstellung auf der Boatfit Bremen - Februar 2008
Ausstellung auf der Boatfit Bremen - Februar 2008

Maße unseres „Junior“ Schönherrbootes:

Länge: 5,50 m
Breite: 1,05 m
Holzart: Mahagoni
Motor: 3,5 PS Effzett Junior S 175 Schachtmotor
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Sitze: 3
Baujahr: ca. 1934 in Berlin-Grünau

Bootsfund:

Seit Februar 2002 sind wir von einem seltenen Virus befallen. Dem Holzbootvirus. Nicht einmal im Besitz eines Führerscheines, kamen wir im Februar 2002 rein zufällig zu einem schon geringfügig angeschliffenen Filius
mehr... Dem Vorbesitzer ging schon nach 5 Stunden schleifen die „Puste" aus. Pech für ihn - Glück für uns. Vor uns lagen mehrere Monate Arbeit. Schleifen, ölen, lackieren, schrauben, basteln, improvisieren. Erster Wasserkontakt Pfingsten 2002. Die „Jungfernfahrt“ endete nach 20 min. Fahrzeit mit einem rettenden Speed ans Ufer. Das Boot war vollgelaufen und drohte auf dem See abzusaufen. Holzbootfreaks werden nun den Kopf schütteln. Ja, wir haben es nicht vorquellen lassen. Diesen Zeilen kann der Leser entnehmen, wir waren Laien durch und durch. Die Saisons 2003 und 2004 verliefen ohne weitere Zwischenfälle. Irgendwann schwärmten wir in einem größeren Kreis über Backdecker. Backdecker haben doch eine ganz tolle Form… Im Juli 2005 kam ein guter Bekannter und erzählte uns, dass er bei einem älteren Herrn in der Garage ein Boot gesehen habe. Er berichtete uns von einem sehr schmalen und langen Boot. Der erste Gedanke, ein Backdecker. Wir besichtigten das Boot und mussten feststellen, es war kein Backdecker. Der ältere Herr war Zweitbesitzer und kaufte Anfang der 60iger Jahre dieses Boot und fuhr es die letzte Saison 1990. Auf Nachfrage, was es denn für ein Bootstyp sei, meinte er, er habe gehört, es sei ein Schönherr-Boot. Mehr wusste er nicht. Wir wurden uns handelseinig und nahmen das Boot mit. Der Zustand war erstaunlich gut, aber um eine Restaurierung kamen wir nicht herum.

Restauration

Das Boot wurde vollständig und gründlich abgezogen und geschliffen.

Mit Holzschutzmittel Intertox der Firma International wurde es 4 x vollständig gestrichen. Das Unterwasserschiff wurde mit Primer 2 x und danach 1 x mit Anitfouling gerollt.

Das Überwasserschiff wurde mit 1 K Lack von Epifanes gestrichen. Mit dem Pinsel wurden 8 Lackschichten aufgebaut. Aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer 2006 ließ sich der Lack nicht sehr gut verarbeiten. Die letzten 2 Schichten Lack wurden mit der Pistole aufgetragen.

Der 3,5 PS Effzett (nach Fritz Ziegenspeck) Junior S 175 Schachtmotor mehr... wird mit Hilfe eines Starterseiles angerissen. Bei einem Probelauf des Motors mussten wir feststellen, dass dieser nicht funktionierte. Die Zündmagneten waren entmagnetisiert. Die Zündmagneten wurden in Berlin wieder aufmagnetisiert. 

Wir haben all dies nicht ohne Hilfe unserer Freunde Wolfgang und Karl-Heinz geschafft. Wolfgang stellte uns seine Garage zur Verfügung, half bei der Lackierung und vielen anderen Arbeiten. Karl-Heinz nahm uns den Respekt vor dem Motor. Er nahm ihn auseinander (die Feder war das 2 x gebrochen), spannte die Feder und setzte ihn wieder zusammen. Wir danken Euch.

Die 1. Fahrt

Zum Oldiebootetreffen im Juli 2006 wurde das Boot nach 16 Jahren (ohne eine Probefahrt aber ausreichender Wässerung) im Teupitzer See zu Wasser gelassen.

Text & Bilder: Andrea & Axel Burde

 

 
Messe Berlin