Oldieboote Forum

Thema: Unterwasserschiff

Autor Nachricht
Verfasst am: 04.06.18 [16:30]
 
KHKORF
Karl- Heinz Korf
Themenersteller
Dabei seit: 03.06.2018
Beiträge: 9
Hallo

Mein Name ist Kalle und ich bin neu hier. Habe mich gestern vorgestellt.

Ich habe ein Sperrholzkajütboot mit einem Gelcoat G4 . Darauf eine Grundierung vermute ich und dann VC17. Jetzt löst sich flächig das Antifouling an einigen Stellen ab. Scheinbar haftet der Grundanstrich nicht gut auf dem Gelcoat. Was sollte ich am besten bei dem beschriebenen Aufbau machen? Das Boot hat keinerlei Schäden ansonsten. Dieses G4 kommt eigentlich aus dem Bautenschutz und zieht wohl sehr tief ins Holz ein und sorgt obendrein für eine sehr gute Haftung des Polyesterharzes. Um einen besseren Schutz zu erreichen, hätte ich daran gedacht, das Unterwasserschiff komplett vom Antifouling zu befreien und mit Epoxydharz zu beschichten.

Was ist davon zu halten?

Gruß Kalle
 
Verfasst am: 24.08.18 [15:00]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 539
Hallo Kalle!

Ich konnte nicht ganz aus Deinem Aufbau schlau werden.

Vermutlich meinst Du:
VossChemie G4 als Tiefengrund und Haftbrücke speziell für das Polyesterlaminat (eher unüblich da heute meist Epoxilaminat direkt auf Holz verwendet wird)
Gelcoat auf G4 ohne Laminat kann ich mir nicht so recht vorstellen, aber möglich ist ja alles!

Epoxidharz (oder Epoxihaltige Anstriche) als Schutzanstrich auf Polyester ist zwar eine gängige Methode, bei einem Leichenhemd gehen die Meinungen aber stark auseinander. Oft ist Epoxi dann nur eine Schicht mehr die runter muss damit nicht alles verrottet. Das ist ein eigenes Thema was pauschal nicht beantwortet werden kann.

Bei mir steht gerade die Aufhübschung meines "uralten" Leichenhemdes an.(Polyester aus den 70érn oder 80érn mit späterer Überarbeitung und abschliessender Epoxispachtelung und Epoxianstrich).

Damals in der DDR haben die irgendeinen Haftgrund angerührt damit das Polyester überhaupt auf Holz hält. Ich habe dann 2001 seitlich auch mit G4 und Polyesterlaminat das alte Leichenhemd etwas höher gemacht und optisch begradigt. Vier Kimmweger (heißen die so?) aus Spachtelmasse drangebastelt und dann diese mit Gewebe und Epoxiharz stabil überlaminiert. Das Ganze dann gründlich angeschliffen und mit selbstangemischtem Epoxi/Epoxispachtel
glatt gemacht.

Dieses ganze Materialdurcheinander aus G4,Polyester,Epoxi (vom Holz nach außen - in dieser Reihenfolge!) zeigt seit 2001 keine Anzeichen irgendwelcher Auflösungserscheinugen!
Das Boot ist trocken und von unten glatt wie ein vernünftiges Polyesterboot! Muss aber alles zwingend dicht sein! ...Was bei Wellendurchführung und Anbauteilen eine saubere konstruktive Umsetzung erfordert!

Unbedingt erwähnenswert: Der Abschluss vor dem Antifouling ist bei mir VCtar-weiss. Das hat sich im Nachhinein als geniale Schutzpanzerung erwiesen! Das Zeug ist sehr schleifzäh und widerstandsfähig!
Ich kann darauf mit der Ziehklinge das Antifouling abhobeln. Die Klinge schliddert über das VCtar. 2K Osmoseschutz eines anderen gängigen Herstellers ist dagegen weich wie Kreide und schon bei Nutzung super empfindlich.

Übrigens wird oft beim Antifouling erzählt "VC- oder teflonantofoulings können nicht mit anderen Antifoulings überstrichen werden!" Dazu lieber die Verträglichkeitstabellen der Hersteller zu Rate ziehen.
Die hatten nämlich Recht! In meinem Fall wurden viele Farb- und Herstellerexperimente kunterbunt übereinander geferkelt und es hielt. Speziell Überwasser half nur die Klinge!
Praktisch bei VC-Offshore: Hält auf VCtar gerade ausreichend um nicht abzufallen. Lässt sich zumindest im Unterwasserbereich spielend mit einem Spachtel auf dem harten VCtar abstoßen.
Dabei ist es egal, ob über noch klebrigem VCtar oder auf altem VCtar mit Anschliff aufgetragen wurde.

Das Bild soll zeigen dass eine Ziehklinge dem VC tar kaum etwas anhaben kann. Anschleifen des VCtar falls nötig braucht Geduld! An den Seiten und im sichtbaren Bugbereich waren VC-Offshore, Seajet und Trilux nur noch im Paket abzubekommen. Unterwasser beim VC-Offshore gehts weitaus leichter!

Grüße

[Dieser Beitrag wurde 7mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2018 um 16:22.]
Dateianhang
IMG_20180815_161839.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 100.17 Kilobyte) — 138 mal heruntergeladen
 
Verfasst am: 24.08.18 [16:33]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 539
Versuch einer Kurzantwort:
Epoxi auf Polyester hält sehr gut. Ist dahinter aber Feuchtigkeit hält nichts.

Für Rümpfe ohne Leichenhemd gibts einen einfachen Anstrichaufbau. Dazu müssen andere mit Erfahrung was sagen!
 
Verfasst am: 28.09.18 [17:13]
 
KHKORF
Karl- Heinz Korf
Themenersteller
Dabei seit: 03.06.2018
Beiträge: 9
Hallo

Ich hab da was falsch gesagt. Unter Wasser ist G4 auf Holz. Darüber Laminat. Dann sah es aus wie Grundierung. Scheinbar 2 Komponenten und dann Antifouling. Ich habe das lose Antifouling entfernt und das ganze Unterwasserschiff mit 5 Schichten Epoxyprimer gestrichen. Die 5 Schichten werden als Osmoseprophylaxe empfohlen. Zum Schuss Antifouling.

Viele Grüße

Kalle
 
Verfasst am: 15.12.18 [19:31]
 
Bootsbauerin
Urte
Dabei seit: 09.12.2018
Beiträge: 5
Zu beachten ist, das VC 17m unbedingt VC Tar als Grundierung verlangt. Alles andere ist eigentlich nicht kompatibel, weil VC irgendwie ne ganz eigene Basis hat. VC Tar hat auch einen gewissen Osmoseschutz, aber nicht den höchsten. (nur vorbeugend, nicht bei Osmose-Reperatur) Auf GFK mag ich es trotzdem, weil es sich kaum abnutzt und man es erst neu machen muss, wenn der Bewuchs zunimmt.

Nebenbei bemerkt: Keinesfalls ist die VC-Serie direkt auf Holz zu verarbeiten. Wer also VC 17m auf seinen (nicht überlaminierten) Holzrumpf aufträgthat irgendwo nen Fehler im System. Keine Ahnung wie das funktioniert, aber gesehen habe ich es schon.


 

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