
Neptun
Seit nun mehr als 30 Jahren erfreut uns eine russische Motorenschmiede mit dem Neptun 23 . Es gibt oder gab ihn mit 18, 23 und seltener mit 30 PS. Obwohl in Russland sehr verbreitet, gab es ihn in der DDR nur für stolze Summen zu kaufen.
Es ist eine rein russische Konstruktion, wobei der geübte Schrauber die Gene des König AB nicht übersehen kann.
Die Motoren gelten als laut, versoffen und als Knochenbrecher beim anreißen. Aber sie sind solide, einfach aufgebaut und fast nicht kaputt zu kriegen. Ein Problem ist allerdings nach wie vor die Ersatzteileversorgung, denn viele wollen so ein "Geschütz" einfach nicht mehr fahren.
Die deutsche Bedienungsanleitung:
(INWIEWEIT SICH DIE VERWEISE IM TEXT AUF DAS BILDMATERIAL BEZIEHEN, IST NOCH NICHT ABSCHLIESSEND GEKLÄRT!)
1. Allgemeine Informationen
Der Außenbordmotor Neptun - 23 ist ein Zweizylinder-Zweitakt- Motor mit Wasserkühlung. Der Motor ist an Motorbooten mit einer Masse von mindestens 130 kg und einer Spiegelhöhe nicht über 405 mm zu verwenden. Der Motor kann in Gewässern mit einer Tiefe von mindestens 0,3 m betrieben werden. Der umschaltbare Propellerantrieb gestattet die Vorwärts- und Rückwärtsfahrt des Bootes sowie den Leerlauf des Motors. Die Kühlwasserförderung zum Motor erfolgt durch eine Wasserpumpe. Der Drosselschieber des Vergasers und der Vorzündhebel des Schwunglichtmagnetzünders sind miteinander gekoppelt. Dadurch wird eine drehzahlabhängige Zündverstellung erreicht. Die Zündergrundplatte trägt zwei Lichtspulen, die zusammen bei einer Betriebsspannung von 12 V eine Leistung von 40 W Wechselstrom abgeben. Damit kann die Speisung des Beleuchtungsnetzes sowie der Positionslampen des Bootes erfolgen. Der Motor ist zur Vermeidung von Vibrationen gummielastisch aufgehängt. Serienmäßig ist der Motor mit einem Propeller mit 280 mm Steigung (rot) ausgerüstet. Ein Austauschpropeller mit 300 mm Steigung (grün) wird lose mitgeliefert. Der Außenbordmotor Neptun - 23 ist für den Anschluß einer Fernbedienung vorgesehen.
2. Technische Daten
Motortyp: Neptun - 23
Arbeitsverfahren: Zweitakt-Otto-Motor
Zylinderdurchmesser: 62 mm
Kolbenhub: 58 mm
Hubraum: 346 cm3
Verdichtungsverhältnis: 9,25 : 1
Leistung: 23±1,5 SAE-PS bei N=5000±100 U/min
Kraftstoffverbrauch: max. 12 l, je nach Bootstyp und Belastung Kraftstoffbehälterinhalt: 20 l
Masse des Motors: 44 kg
Zündungs-System: Schwunglicht-Magnetzünder
Zündkerzentyp: SI-12 RT (Isolator M 14-175)
Elektrodenabstand der Zündkerze: 0,5 - 0,6 mm
Lichtleistung: 12 V, 40 Watt Wechselstrom
Zündzeitpunkt: 4,5 mm vor OT (29° Kurbelwinkel)
Unterbrecherabstand: 0,30- 0,35 mm
Vergaser : K 3& L
Kraftstoff: Vergaser-Kraftstoff VK 79
Schmierung Mischungs-Schmierung
Mischungsverhältnis Einfahrzeit: 1:16 (1 l Zweitaktmotorenöl MZ 22 auf 16 l Kraftstoff),
Mischungsverhältnis danach: 1:20 (1 l Zweitaktmotorenöl MZ 22 auf 20 l Kraftstoff)
Übersetzungsverhältnis zum Propeller: 15:26
Ölfüllung f. Getriebe: 150 cm3
Schmiermittel: Getriebeöl Minol GL 265 (SAE 140)
Propellerdurchmesser: 230 mm (rot, Serie); 240 mm (grün, Ausstattung) Propellersteigung: 225 mm (rot, Serie);300 mm (grün, Ausstattung)
3. Konstruktion des Motors
3.1. Motor (Bild 1)
Der Motor Neptun - 23 ist ein Zweizylinder-Zweitakt-Motor mit Drehschiebereinlaß im Kurbelgehäuse. Der Zylinderblock (75) besteht aus Aluminiumguß mit eingepreßten Zylinderlaufbuchsen. Der Kühlwasserraum des Zylinderkopfes (76) ist durch einen Deckel (78) verschlossen. Das Kühlwasser gelangt von der Vergaserpumpe (62) über das Rohr (69) zum Zylinderblock (75). Die Kurbelwelle (77) besteht aus zwei Kurbeln. Am oberen Teil der Kurbelwelle befindet sich ein Konus zur Aufnahme der Schwungscheibe (3) und am unteren Teil eine Halbachse mit Innenschlitzen für die Aufnahme der Verbindungswelle (66) zum Getriebe. Die Kurbelwelle ist in Radial-Rillen-Kugellagern gelagert. Die Pleuelstangen sind in der Kurbelwelle nadelgelagert. Die Kolbenbolzenlagerung (73) erfolgt über Gleitlager. Die Kurbelwelle mit den Pleuelstangen ist ein komplettes Bauelement und darf nur in einer Vertragswerkstatt repariert werden. Die Schmierung aller beweglichen Teile des Motors erfolgt durch den Ölanteil im Kraftstoff.
3.2. Unterwasserteil (Bild 1)
Das Unterwasserteil besteht aus 3 Teilen: Schaftgehäuse (68), Zwischenstück mit Auspuffrohr (59) und Getriebegehäuse (35). Das Unterwasserteil ist ein Verbindungsbauteil für sämtliche Motorteile (Motor, Anbauvorrichtung und Betriebe).
3.3. Kühlsystem (Bild 2)
Das Kühlwasser für den Motor wird drehzahlabhängig mittels eines Gummipumpenrades (62) über das Wasserrohr (69) zum Zylinder gefördert. Die Wasserpumpe befindet sich im unteren Teil des Schaftgehäuses (68). Das Pumpenrad wird durch die Verbindungswelle (66) angetrieben. Zur Kontrolle der Kühlwasserförderung befindet sich im hinteren Teil des Haubenunterteils (74) eine Bohrung "a", über die ein Teil des Kühlwassers ins Freie austritt.
3.4. Haubenunterteil (Bild 1)
Das Haubenunterteil besteht aus 2 Teilen (14 und 74), die mit 4 Schrauben miteinander verbunden sind. An dem Haubenunterteil wird die Haube (79) befestigt. An dem Vorderteil des Haubenunterteils (14) sind die Bedienungselemente, wie Steuerpinne (11), Traggriff (17), Kraftstoffanschluß, Kurzschlußdruckknopf und Steckdose, angeordnet.
3.5. Getriebe (Bild 1)
Das Drehmoment der Kurbelwelle wird durch die Verbindungswelle (60) auf die Ritzelwelle übertragen. Das Ritzel treibt zwei auf der Getriebewelle (54) gelagerte Kegelräder (43) an. Die Kegelräder stehen in ständigem Eingriff und werden wahlweise durch eine Kupplungsmuffe (45) mit der Getriebewelle (54) gekuppelt. Die Drehrichtung der Getriebewelle ist dadurch umkehrbar: Vorwärts- und Rückwärtsgang. Bei Mittelstellung der Kupplungsmuffe (45) steht die Getriebewelle still: Leerlauf. Geschaltet wird das Getriebe mittels der Schaltstange (16) am Haubenunterteil. Der dreiflügelige Propeller (52) ist auf seiner Nabe gummielastisch gelagert. Die Kraftstoffübertragung von der Getriebewelle (54) auf die Propellernabe erfolgt durch einen Scherstift (55). Bei Grund- oder Treibholzberührung wird der Scherstift abgeschert und damit das Triebwerk vor Beschädigung geschützt.
3.6. Startanlage (Bild 3)
Über dem Zünder ist die Startanlage angeordnet. In der Seilscheibe (4) der Startanlage befindet sich eine Spiralfeder (7) (Bild 1). Diese Spiralfeder ist mit einem Ende am Lagerbock (5) und mit dem anderen Ende an der Seilscheibe befestigt. Eine Umlenkrolle (6) verhindert die Reibung des Seiles. Bei defekter Startanlage kann der Motor auch angeworfen werden, indem ein Seil um die Schwungscheibe gewickelt wird, unter dem Lagerbock (5) sind Unterlegscheiben von bestimmter Stärke gelegt, die nach Aus- und Einbau des Lagerbocks wieder verwendet werden müssen.
3.7. Anbauvorrichtung (Bild 1)
Mit den Klemmbügeln (21) wird der Motor am Heckspiegel des Bootes befestigt. Die Verbindung des Schaftgehäuses mit der Anbauvorrichtung erfolgt mit Hilfe von Guminielementen. Im linken und rechten Klemmbügel sind je 6 Bohrungen vorhanden, in welche der Stiftbolzen (38) eingesetzt wird. Dadurch besteht die Möglichkeit, den Motor in eine senkrechte Lage unabhängig von der Winkelneigung des Heckspiegels zum Wasserspiegel einzustellen. Bei Stillstand des Bootes kann der Motor mittels einer Sperrklinke in hochgekippter Stellung festgelegt werden. Bei Grundberührung kippt der Motor von selbst hoch, um Schäden am Motor und Boot zu vermeiden. Durch eine Wippe (19) zwischen den Klemmbügeln kann die Motorarretierung zum Ankippen des Motors gelöst werden. Beim Herablassen des Motors nimmt der Verschluß automatisch die Betriebsstellung ein.
3.8. Kraftstoffanlage (Bild 4)
Die Kraftatoffanlage besteht aus einem Kraftstoffbehälter (13), einer Kraftstoffpumpe (26), dem Vergaser (33) sowie den Verbindungsschläuchen (15 und 22). In dem Deckel des Kraftstoffbehälters befindet sich ein Belüftungsrohr (9), welches mit einer Kappe (10) verschlossen ist. Beim Betrieb des Motors ist die Kappe (10) abzuschrauben und bei Außerbetriebsetzung des Motors wieder aufzuschrauben. Dies ist erforderlich, um eine einwandfreie Kraftstofförderung zu gewährleisten. In der Kraftstoffleitung (15) befindet sich eine Gummibirne (20) zum Vorpumpen des Kraftstoffes vor Anwerfen des Motors. An der Saugseite befindet sich in der Gummibirne ein Rückschlagventil (19). Die Kraftstoffleitung wird mittels eines Schnellverschlusses (23) an den Stutzen (24) angeschlossen. Beim Motorbetrieb bewirkt die Kraftstoffpumpe (26) die selbständige Kraftstofförderung zum Vergaser (33). In der Kraftstoffpumpe befindet sich ein Filtersieb (16) zur Reinigung des Kraftstoffes. Die Aufbereitung des zündfähigen Kraftstoffluftgemisches erfolgt im Vergaser (33. Der Vergaser Typ K-36 L ist ein Horizontalvergaser mit angegossenem Schwinmergehäuse. Die Gemischzufuhr zum Motor wird mittels eines Drosselschiebers (37) reguliert, der beim Betätigen des Gasdrehgriffes den wirksamen Ansaugquerschnitt des Vergasers verändert und damit zur Fahrregulierung dient. Zur besseren Abstimmung des Teillastgebietes hat der Vergaser eine konische Teillastnadel (34). Je nach Nadelposition bekommt der Motor mehr oder weniger Kraftstoff im Teillastbereich. Am Deckel des Schwimmergehäuses ist ein Tupfer (39) angebracht, bei dessen Betätigung das Kraftstoffgemisch zum Starten des Motors angereichert wird. Zwischen dem Drosselschieber (37) und der Schiebergehäusekappe ist ein Begrenzungsanschlag (36) eingesetzt, der während der Einlaufzeit des Motors die Drehzahl begrenzt. Nach der Einlaufzeit des Motors ist dieser Begrenzungsanschlag zu entfernen. Beim Betätigen des Gasdrehgriffes an der Steuerpinne (5) erfolgt zwangsläufig über den Mitnehmer (4) die Verstellung des Zündzeitpunktes und über den Seilzug (38) die Betätigung des Drosselschiebers (37).
3.9. Elektrische Anlage (Bild 5)
Die elektrische Anlage des Motors besteht aus dem Schwunglichtmagnetzünder mit zwei außenliegenden Sekundärzündspu— len (5), zwei Zündkerzen (3), einem Kurzschlußdruckknopf (12) zum Ausschalten des Motors, Niederspannungs- (6) und Hochspannungsleitungen (1 und 4) sowie der Klemmleiste (7). Auf der Zündergrundplatte (13) befinden sich je zwei Primiärzündspulen (11), Lichtspulen (15), Kondensatoren (9) Typ KM-4, (0,17...0,25 /u P), Unterbrecher (14) sowie ein Schmierfilz (10) zur Schmierung des Unterbrechernockens.Die Schwungscheibe (Polrad) umschließt den stehenden Teil des Zylinders und ist mittels Konus auf dem Kurbelwellenende aufgesetzt . Auf der Schwungscheibe sind oben zwei bogenförmige Fenster angebracht (siehe Bild 6). Das eine Fenster mit der Zahl 1 an der Seite dient zur Kontrolle und Einstellung der Unterbrecherkontakte . Das zweite Fenster dient zum Masseausgleich der Schwungscheibe. Die Schwungscheibe dreht sich im Uhrzeigersinn (von oben gesehen). Von dem Schwunglichtmagnetzünder gehen vier Niederspannungsleitungen ab. Zwei von den Lichtspulen (mit orange-gelber oder brauner Isolierung) und zwei von den Zündspulen (mit schwarzer oder violetter Isolierung für den oberen Zylinder, mit weißgrauer oder naturfarbener Isolierung für den unteren Zylinder). Diese Leitungen werden paarweise in PVC-Hüllen vereinigt und zu der Klemmleite 7 geführt. Die Klemmleiste 7 (Bild 5) ist mit zwei Schrauben am rechten Auspuffstutzen befestigt. An den Klemmen "a" und "b" sind die Leitungen von den Lichtspulen angeschlossen. Von den Klemmen"B" und "S", an welche die Zündleitung angeschlossen ist, gehen folgende Abzweigungen ab: mit weißer, grauer oder naturfarbiger Isolation zur Sekundärzündspule des unteren Zylinders und mit schwarzer oder violetter Isolation zur Sekundärzündspule des oberen Zylinders. An der Klemmleiste (7) sind auch (in einer gemeinsamen PVC-Hülle) zwei Niederspannungsleitungen von dem Kurzschlußknopf des Motors an den Zündleitungen angeschlossen. An den Klemmen "a" und "b" sowie "p " und "g" sind die Leitungen der Steckdose angeklemmt. Die Steckdose dient zum Anschluß der Beleuchtungsanlage des Bootes und für den Anschluß eines zusätzlichen Kurzschlußdruckknopfes. Sie befindet sich im vorderen Teil des Haubenunterteils. An die Klemmen 1 und 2 der Steckdose werden die Lichtleitungen und an die Klemmen 3 und 4 der Steckdose die Leitungen des zusätzlichen Kurzschlußdruckknopfes angeschlossen. Ein entsprechender Stecker gehört zum Motorzubehör. Die außenliegenden Zündspulen sind mit den Zündkerzen durch Hochspannungsleitungen verbunden. Die Zündergrundplatte trägt zwei Lichtspulen mit einer Betriebsspannung von 12 V und einer Gesamtleistung von 40 W. Die Gesamtnennleistung der in Parallelschaltung anzuschließenden Glühlampen muß 40 W betragen. Lampen mit größerer Nennleistung geben zu wenig Licht, Lampen mit kleinerer Leistung sind überlastet und brennen vorzeitig durch.
4. Inbetriebnahme des Motors
4.1. Auspacken und Entkonservieren des Motors
Bevor der Motor in Betrieb gesetzt wird, müssen folgende Maßnahmen durchgeführt werden:
1. Haube abnehmen. Die mit einer Schutzschicht versehenen Teile müssen mit einem reinen oder benzingetränkten Lappen abgerieben werden.
2. Zündkerzen herausdrehen.
3. Den Motor mit den Kerzenöffnungen nach oben aufstellen. In jeden Zylinder durch die Kerzenöffnung etwa 0,25 l Kraftstoffgemisch einfüllen und dann die Startanlage mehrmals betätigen.
DABEI IST DER KURZSCHLÜSSDRUCKKKOPP DES MOTORS STÄNDIG ZU DRÜCKEN
4. Die Zündkerzen in Kraftstoff auswaschen, austrocknen und wieder einschrauben.
5. Den Kraftstoffbehälter mit Kraftstoff ausspülen
6. Ölfüllung des Getriebes kontrollieren und bei Bedarf Öl auffüllen.
4.2. Kraftstoffgemisch
Das Zweitakt-Motorenöl MZ 22 ist mit dem Vergaserkraftstoff VK 79 im Verhältnis 1 : 20 (während der Einfahrzeit 1 : 16) zu mischen.
4.3. Montage desMlotors am Boot (Bild 1)
Voraussetzung für den Anbau des Motors ist eine für den Antrieb durch Heckmotor geeignete Ausführung des Bootskörpers und des Heckspiegels. Die Höhe des Heckspiegels darf 405 mm nicht übersteigen. Der Heckspiegel selbst soll eine Stärke von 35 bis 55 mm besitzen. Zur Befestigung wird der Motor mit seinen Klemmbügeln über den Heckspiegel gehängt. Die Spannschrauben (22) werden mit den Knebeln (23) ohne Verwendung von Hilfswerkzeugen von Hand angezogen. Während des Betriebes ist es erforderlich, die Schrauben periodisch auf ihre Lockerung zu kontrollieren. Um die Befestigung zu sichern und der Lockerung der Schrauben vorzubeugen, sind in den Knebeln (23) Bohrungen vorgesehen, durch welche die Handgriffe gegen selbsttätiges Verstellen gesichert werden können. Der Motor ist nur dann fachgerecht an dem Boot montiert, wenn der Bug des Bootes bei der Fahrt mit Vollgas nicht ins Wasser eintaucht oder hochkommt sowie die Achse der Propellerwelle parallel zum Wasserspiegel liegt. Der günstigste Einstellwinkel zwischen Heckspiegel und Motor läßt sich am besten durch Probefahrten bestimmen. Er ist von der Bootsform und der jeweiligen Belastung abhängig. Für die Ersteinstellung gilt die Regel: Senkrechtstellung des Motors bei unbelastetem Boot. Wird während der Fahrt der Bug des Bootes zu stark angehoben, läßt sich eine günstigere Gleichgewichtslage durch Verringerung des Einstellwinkels erreichen. (Motor dichter an das Heck stellen). Wird der Bug zuwenig angehoben, muß der Einstellwinkel vergrößert werden. Die Veränderung des Einstellwinkels erfolgt durch Verstellen des Stiftbolzens (38) innerhalb der Bohrungen an den Klemmbügeln (21). Der Motor ist hierzu anzukippen. Eine günstige Gleichgewichtslage läßt sich auch, besonders bei wechselnder Belastung, durch Austrimmen des Bootes erreichen. Es ist erforderlich, den Motor mit einem Sicherungsseil am Boot zu befestigen.
4.4. Anlassen des Motors
Das Anlassen des Motors mit aus dem Wasser gehobenem Propeller ist schädlich und grundsätzlich nicht gestattet. Ein Betrieb des Motors bei mangelhafter bzw. aussetzender Kühlwasserförderung führt zu mechanischen Schäden am Motor. Zum Inbetriebsetzen des Motors sind folgende Arbeiten notwendig:
1. Den Schalthebel auf "Leerlauf" stellen (Mittelstellung, wenn am Schalthebel 2 Ringrillen sichtbar sind). Achtung! Das Anlassen des Motors mit eingeschaltetem Wendegetriebe ist gefährlich und deshalb zu unterlassen!
2. Kraftstoffinhalt im Kanister überprüfen.
3. Kraftstoffleitung am Motor anschließen und Lüftungskappe am Kraftstoffbehälterdeckel abdrehen.
4. Mit der Gummibirne Kraftstoff zum Vergaser vorpumpen.
5. Tupfer am Vergaser niederdrücken bis Kraftstoff überläuft
6. Gasdrehgriff In "Startstellung" bringen.
7. Startseil der Startanlage erst langsam anziehen bis die Ratschenscheibe eingreift, dann Seil kräftig durchziehen, Handgriff nicht loslassen, sondern Seil langsam zurückrollen lassen
8. Nach dem Anspringen des Motors langsam Gas geben und den Wasserauslauf aus der Kontrollbohrung beobachten.
4.5. Anhalten des Motors
Vor dem Anhalten des Motors wird die Getriebeschaltung auf Leerlauf gestellt und der Gasdrehgriff geschlossen. Hiernach ist der Kurzschlußdruckknopf bis zum Stillstand des Motors zu drücken. Bei Notaus-Schaltung des Motors wird der Gasdrehgriff in Leerlaufstellung gebracht und der Kurzschlußdruckknopf betätigt, dann wird die Getriebeschaltung in die Leerlaufstellung gebracht.
4.6. Hinweise für das Einlaufen des Motors
1. Das Einlaufen des neuen Außenbordmotors erfolgt im Zeitraum des Verbrauchs der ersten fünf vollgefüllten Kraftstoffbehälter (etwa 10 - 15 Betriebsstunden). Bemerkung: Da im Schiebergehäusedeckel des Vergasers ein Begrenzungsanschlag eingebaut ist, kann der Motor während der Einlaufzeit nicht mit maximaler Drehzahl laufen.
2. Um der Überlastung des Motors bis Ende der Einlaufzeit vorzubeugen, dürfen im Boot während dieser Zeit höchstens zwei Personen fahren.
3. Nach Abschluß des Einlaufprozesses ist es erforderlich
- sämtliche Schrauben, Muttern (einschließlich der Schwungscheibenbefestigung) auf evtl. Lockerung zu prüfen und bei Bedarf nachzuziehen
- Ölwechsel im Getriebe vornehmen
- Begrenzungsanschlag aus der Schiebergehäusekappe des Vergasers entfernen
- Leerlauf nachregulieren
- Unterbrecherkontakte reinigen und einstellen
4.7. Fahrbetrieb
1. Vor Fahrtbeginn ist die Wippe (19) kräftig nach unten zu drücken. Dadurch wird das Riegelwerk der Aufhängevorrichtung auf die Sicherung umgestellt, so daß beim Auffahren auf ein Unterwasserhindernis der Motor leicht nach oben kippen kann und dabei die Federkraft des Riegelwerkes nicht überwunden werden muß. Bemerkung: Sowie der Motor angekippt ist, muß sofort die Gaszufuhr abgestellt und durch kräftiges Niederdrücken der Wippe (19) der Motor wieder auf Sicherungselement umgestellt werden. Bei eingelegtem Rückwärtsgang muß das Riegelwerk eingeschaltet sein, da sonst der Motor beim Rückwärtsfahren ankippt.
2. Die Einstellung des Leerlaufs erfolgt ohne eingeschalteten Rückwärts- bzw. Vorwärtsgang.
Achtung!
Der Motorbetrieb mit hoher Drehzahl bei Getriebeschaltung "Leerlauf" ist unzulässig. Das Getriebe darf nur bei minimaler Motordrehzahl geschaltet werden, da es sonst zu Schäden am Getriebe kommt.
3. Einschalten des Vorwärtsganges: Schalthebel bis zum Sichtbarwerden von drei Ringrillen auf dem Hebel herausziehen, danach allmählich Gas geben.
Einschalten des Rückwärtsganges: Schaltstange bis zum Anschlag bzw. bis nur noch eine Ringrille sichtbar ist, hineindrücken. Beim Einschalten des Rückwärtsganges ist der Motor mit der Hand gegen zufälliges Hochkippen festzuhalten. Beim Umschalten vom Vorwärts- auf Rückwärtsgang oder umgekehrt wird empfohlen:
- Die Drehzahl des Motors bis auf ein Minimum zu reduzieren und nach einigen Sekunden Wartezeit erst den Schalthebel auf Leerlauf zu stellen.
- Nach Ablauf einiger weiterer Sekunden erfolgt die Umschaltung von Leerlaufstellung auf Rückwärtsgang.
4. Es ist zweckmäßig, den Motor nach etwa 30 Minuten Vollgasfahrt etwa 3-5 Minuten mit mittlerer Geschwindigkeit zu betreiben. Während des Motorbetriebes ist die Kühlwasserförderung an der Kontrollbohrung zu kontrollieren.
5. Der Seewasserbetrieb erfordert eine häufigere Wartung des Motors. Vor Fahrtantritt sind alle lackierten Teile mit handelsüblichem Schutzwachs zu behandeln und alle zugänglichen Stahlteile einzufetten (einschließlich der Propellerwelle, wozu der Propeller demontiert werden muß). Um die Salzablagerungen im Kühlsystem des Motors zu entfernen, ist es erforderlich, den Motor nach dem Einsatz etwa 5-8 Minuten in Süßwasser laufen zu lassen. Danach ist das restliche Wasser ablaufen zu lassen und das Unterwasserteil außerdem mit Süßwasser abzuspülen. Evtl. Lackschäden sind auszubessern. Anschließend ist die Haube abzunehmen, der Motorraum zu säubern sowie alle zugänglichen Stahlteile einzufetten.
6. Der Motorbetrieb ohne Haube ist grundsätzlich verboten.
4.8. Abnahme des Motors vom Boot
Zum Demontieren des Motors vom Boot sind folgende Arbeiten notwendig:
- Die Lüftungskappe auf den Deckel des Kraftstoffbehälters aufschrauben und den Schlauch vom Motor trennen
- Nach dem Hochkippen des Motors aus dem Wasser und Abnahme des Motors vom Bootsspiegel wird der Motor in der Vertikallage solange gehalten, bis das Wasser aus dem Kühlsystem ausgelaufen ist. Danach wird der Motor in Richtung der Öffnung "b" (Bild 2) geneigt, um den Wasserrest abzulassen. Dann wird der Motor 2-3 mal mit dem Startseil bei gleichzeitigem Drücken des Kurzschlußdruckknopfes durchgezogen.
4.9. Einlagerung des Motors
Um das Eindringen von Wasserresten in den Zylinder zu verhindern, ist der Motor bei kurzzeitiger Lagerung so hinzulegen, daß das Schaftgehäuse zum Propeller hin geneigt ist. Die Einlagerung des Motors ist am zweckmäßigsten in einem geschlossenen, trockenen Raum vorzunehmen. Der Motor kann in horizontaler Lage auf Brettern liegen, besser ist es jedoch, denselben in einem Gestell in vertikaler Stellung aufzuhängen. Vor Außerbetriebsetzung des Motors ist der Vergaser leerzufahren. Danach sind folgende Arbeiten durchzuführen:
1. Die Kabel an den Zündkerzen abnehmen
2. Kraftstoffschlauch abnehmen
3. Den Motor mittels Startseil 3-mal bei gedrücktem Kurzschlußdruckknopf durchdrehen, um Restwasser aus dem Kühlsystem zu entfernen
4. Motor äußerlich mit einem Lappen trockenreiben und Schutzwachs auftragen
5. Propeller abnehmen
6. Öl aus dem Getriebegehäuse ablassen und mit Spülöl durchspülen, danach neues Öl einfüllen
7. Propellerwelle einfetten und Propeller aufsetzen
8. Unterbrechernocken und Zündverstellung einfetten
9. Die Zündkerzen ausschrauben, den Motor mit den Kerzenöffnungen nach oben stellen und jeweils 75 cm3 Motorenöl durch die Kerzenöffnungen in jeden Zylinder einfüllen. Danach Motor mit Startseil 3-4-mal durchdrehen
Motor in Normallage stellen und nochmals mit Startseil 3-4-mal durchdrehen 10. Kerzengewinde einfetten und Kerzen einschrauben.
5. Pflege und Wartung
5.1. Regelmäßige Wartungsarbeiten
Nach je 20-25 Betriebsstunden:
1. Ölwechsel im Getriebegehäuse und Motor abschmieren (siehe Sclmierplan)
2. Kontrolle und bei Bedarf Nachziehen aller Bolzen, Schrauben und Muttern 3. Kontrolle und bei Bedarf Reinigung und Nachjustierung des Elektrodenabstandes der Zündkerzen
Nach je 40 - 50 Betriebsstunden
1. Wiederholung der Arbeiten, die im Abschnitt "Nach je 20-25 Betriebsstunden" angegeben sind
2. Festsitz der Befestigungsmutter der Schwungscheibe überprüfen und dieselbe gegebenenfalls nachziehen
3. Reinigung und Kontrolle der Unterbrecherkontakte und des Kontaktabstandes - Schmierfilz am Unterbrecher mit einem Tropfen Öl versehen
Nach je 80 - 100 Betriebsstunden
1. Wiederholung der Arbeiten wie im Abschnitt "Nach je 40-50 Betriebsatunden" angegeben sind.
2. Schmierung der äußeren Reibflächen, Federwellenlager, des Zünderflansches und der Achse der Anbauvorrichtung
3. Reinigung des Vergasers und des Filtersiebes in der Kraftstoffpumpe.
4. Entfernung der Ölkohleablagerungen im Zylinder, an den Zylinderköpfen, dem Kolben und dem Auspuff. Diese Arbeit ist in einer Vertragswerkstatt ausführen zu lassen.
5.2. Ölwechsel und Abschmieren (Bild 7)
1. Der Motor ist entsprechend dem Schmierplan mit Öl zu füllen und abzuschmieren.
2. Während des Betriebes befindet sich das Getriebegehäuse ständig unter Wasser und wenn im Gehäuse eine Leckstelle vorhanden ist, kann Wasser in das Getriebegehäuse eindringen. Zur Kontrolle wird der Motor in eine senkrechte Lage gestellt, einige Zeit gewartet, damit sich das Wasser absetzen kann. Dann wird der Verschluß (2) herausgedreht. Zuerst fließt das eingedrungene Wasser ab, dann folgt das Öl, dessen Farbe durch das Wasser verändert wurde. Nach Abdichtung der Leckstelle wird Frischöl in das Getriebegehäuse eingefüllt.
3. Der Ölwechsel wird wie folgt vorgenommen:
- Motor in vertikale Lage stellen.
- Die Verschlußschrauben aus den Öffnungen (1 und 2) herausschrauben und altes Öl ablassen.
- Nach dem Ablassen des alten Öles ist das Getriebegehäuse mit Spülöl oder Kraftstoff auszuspülen. Beim Nachfüllen stets Öl der gleichen Sorte verwenden.
- Öffnung (2) verschließen und durch die Öffnung (1) 150 cm3 Getriebeöl GL 265 einfüllen und Öffnung (1) verschließen.
4. Zur Schmierung der Zündanlage sind folgende Arbeiten notwendig:
- Beweglichkeit der Unterbrecherhebel prüfen und ggf. mit je einem Tropfen Motorenöl die Achse ölen.
- Alle 50 Betriebsstunden den Schmierfilz mit einem Tropfen Zündunterbrecheröl B 2 (oder Getriebeöl GL 265) ölen.
Achtung!
Übermäßige Ölung des Filzes führt zu einem Verölen der Unterbrecherkontakte.
P 13 5.3. Schmierplan Schmierstelle Schmiermittel Schmierhäufigkeit Motor Öffnung (1) im Getriebe (Bild 7) Öffnung (3, Bild 7) Verbindungswellen-lager Achse der Kippvorrichtung über 2 Schmiernippel auf dem Drehkörper Reibflächen (Achsen, Zahnräder, Gewinde usw.) Lagersteller. der Zündverstell- einrichtung Zündeinrichtung: a) Schmierfilz Unterbrecherachsen Ölanteil im Kraftstoff gemisch im Verhältnis 1:20 (Minol MZ 22) Getriebeöl Minol GL 265 (SA3 140 150 cm3 1 -1Y2 cm3 ' Calciumkomplexfett SLCa + f2 (neue Bezeichnung: Schmierfett SWC 423) Calciumkomplexfett SLCa + f2 (Neue Bezeichnung: Schmierfett SWC 423) Calciumkomplexfett SLCa + f2 (neue Bezeichnung: Schmierfett SWC 423 Calciumkomplexfett SLCa + f2 (neue Bezeichnung: Schmierfett SWC 423) 1 Tropfen Zündunter-brecheröl B 2 (Oder Getriebeöl GL 265) je 1 Tropfen Zünd-unterbrecheröl B 2 (oder Getriebeöl GL 265) Bei jeder Tankung Nach dem Einlaufen und nach je 20 bis 25 Betriebsstunden, jedoch mindestens einmal im Monat nach je 100 Betriebsstunden nach je 300 Betriebsstunden nach je 100 Betriebsstunden nach je 100 Betriebsstunden nach je 50 Betriebsstunden nach je 50 Betriebsstunden
5.4. Elektrische Anlage (Bild 6)
Nach je 20 bis 25 Betriebsstunden ist der Elektrodenabstand der Zündkerze zu prüfen und einzustellen (Fühllehre). Elektrodenabstand 0,3 bis 0,6 mm. Zur Kontrolle der Unterbrecherkontakte muß die Startanlage abgenommen werden.
Achtung!
Vorhandene Unterlegscheiben sind bei der Montage an den entsprechenden Stellen wieder unterzulegen.
Auf der Schwungscheibe ist die Mitnehmerscheibe mit 3 Schrauben befestigt. Nach dem Abschrauben der Mitnehmerscheibe können die Unterbrecherkontakte durch die Aussparung "1" (Bild 6) in der Schwungscheibe mittels Fühllehre kontrolliert und eingestellt werden. Kontaktabstand 0,3 - 0,35 mm. Vor der Überprüfung ist der Gasdrehgriff in Vollgasstellung zu bringen. Die Kontrolle der Kontaktöffnungen hat folgendermaßen zu erfolgen:
- Kerbe "b" der Zündergrundplatte (4) muß mit Gußnaht "S" des Motorblockflansches (10) fluchten. Schwungscheibe in Uhrzeigerrichtung drehen bis Kerbe "a1" „mit den Markierungen "b" und "S" fluchtet und dann durch Öffnung "1" der Schwungscheibe den Kontaktabstand für den oberen Zylinder (Zylinder 1) kontrollieren.
- Schwungscheibe in Uhrzeigerrichtung um 180° drehen bis 'Kerbe "bS" mit den Markierungen "b" und "S" fluchtet, dann durch Öffnung "1" (jetzt um 180° versetzt!) der Schwungscheibe den Kontaktabstand für den unteren Zylinder (Zylinder 2) kontrollieren.
- Nach der Montage der Mitnehmerscheibe auf der Schwungscheibe sind die 3 Senkschrauben wieder durch Körnerschläge zu sichern.
Achtung!
Schwungscheibe darf nur im Uhrzeigersinn gedreht werden, um eine Beschädigung der Flügel des Wasserpumpenrades zu vermeiden.
Die Kontrolle erfolgt nach je 40 - 50 Betriebsstunden. Einstellarbeiten am Zünder sind nur vom Fachfamm ausführen zu lassen.
5.5. Kraftstoffanlage (Bild 4)
Auf Dichtheit der Kraftstoffanlage ist zu achten, da besonders durch angesaugte Nebenluft in der Saugleitung mangelhafte Kraftstofförderung zum Vergaser erfolgt. Nach je 80 bis 100 Betriebsstunden ist das Filtersieb (17) in der Kraftstoffpumpe zu reinigen. Dazu ist die Pumpe vom Motor abzubauen. Das Sieb (17) ist nach Lösen des Bügelverschlusses (19) und Abnehmen des Deckels (18) zugänglich. Bei der Montage auf saubere Dichtungen und gute Abdichtung des Deckels und der Schläuche achten.
Zur Reinigung des Vergasers ist der Schwimmergehäusedeckel abzuschrauben und das Schwimmergehäuse mit Kraftstoff auszuwaschen. Die Düsen dürfen nur durch Auswaschen mit Kraftstoff und Ausblasen gereinigt werden. Auf keinen Fall dürfen zur Reinigung der Düsen metallene Gegenstände (Nadeln, Draht usw.) verwendet werden, da hierdurch eine Beschädigung der Düsenbohrung erfolgt.
Die Einstellung der Leerlaufdrehzahl erfolgt mit der Seilzugstellschraube in der Schiebergehäusekappe. Die Einstellung des Kraftstoffluftgemisches für den Leerlauf erfolgt mit der Luft-Regulierschraube (30). Durch Hineinschrauben derselben wird das Leerlaufgemisch fetter, durch Herausschrauben ärmer. Die Leerlaufregulierung des Motors hat nur bei betriebswarmem Motor zu erfolgen. Die Leerlaufdrehzahl muß so eingestellt werden, daß der Motor im Moment der Einschaltung des Vorwärtsganges bzw. des Rückwärtsganges nicht abgewürgt wird.
Achtung!
Die Anschlagschraube für die Zündverstellung darf nicht verstellt werden.
Weitere Arbeiten am Vergaser sind vom Fachmann ausführen zu lassen. Falls aus dem Ansaugkanal des Vergasers Kraftstoffgemisch heraussprüht, ist es noch kein Grund, gleich den Vergaser nachzuregulieren. Diese Erscheinung ist charakteristisch für Zweitaktmotor und tritt besonders bei Drehzahländerungen auf.
Achtung!
Um einer evtl. Brandgefahr des Motors zu begegnen, ist ständig darauf zu achten, daß sich im Haubenunterteil kein Kraftstoff ansammelt.
Es ist empfehlenswert, vor Fahrtantritt und nach Fahrtbeendigung das Haubenunterteil daraufhin zu kontrollieren und gegebenenfalls gründlich zu säubern. Besondere Vorsicht ist bei der Kontrolle des Zündfunkens bei herausgeschraubten Zündkerzen (siehe 6.4. Punkt 2.) walten zu lassen.
5.6. Kühlsystem (Bild 2)
Beim Betrieb des Motors an seichten Stellen bzw. in verschmutzten Gewässern ist darauf zu achten, daß keine Verunreinigungen (Schlamm, Sand, Unrat) durch die Wasserpumpe angesaugt werden. Der Betrieb des Motors ist in einer Gewässertiefe von weniger als 0,8 m einzustellen. Es ist auf den Zustand und der Reinheit der Dichtungen am Wasserzuführungsrohr sowie der Stoßstelle der Wasserpumpe mit dem Schaftgehäuse zu achten. Während der Fahrt ist der Wasserfluß aus der Kontrollöffnung am Haubenunterteil zu beobachten. Beim Austausch des Wasserpumpenrades darf das Über- und Untermaß des neuen Rades 0,2 mm nicht überschreiten.
5.7. Einstellung der Getriebeschaltung: (Bild 9)
Die Schaltstange (2) in Mittellage (Leerlaufstellung) bis zum Einrasten der Kugel stellen. Auf der Schaltstange (2) müssen zwei Ringnuten sichtbar sein. Nach Demontage des Gehänges (6) am Hebel (7) und durch leichtes Schwenken des Hebels (7) vor der Vertikalen nach rechts oder links muß die neutrale Lage der Schaltklaue im Getriebe gefunden werden. Die Fixierung des Hebels muß mit der Hand spürbar sein. Danach wird das Gehänge (6) an den Hebel (7) herangeführt, ohne dabei die Lage der Stange (2) zu verändern. Wenn die Getriebeschaltung richtig eingestellt ist. muß die Bohrung im Gehänge (6) mit der Bohrung im Hebel (7) übereinstimmen. Dann wird der Hebel (7) mit dem Gehänge (6) verbunden. Sollten die Bohrungen nicht miteinander übereinstimmen, so ist nach Lösen der Sechskantmutter (5) und durch Drehen der Schaltstange (2) nach rechts oder links die Übereinstimmung der Bohrungen zu erreichen. Anschließend ist die Sechskantmutter (5) festzuziehen und das Gehänge (6) mit dem Hebel (7) zu verbinden. Mit der Stellschraube (1) kann die Leichtgängigkeit der Schaltstangenarretierung eingestellt werden.
6. Störungen und deren Beseitigung
6.1. Häufige Fehleruraachen
Bei auftretenden Störungen empfiehlt es sich, nicht planlos zu suchen, sondern den Fehler systematisch einzukreisen. Um ein planloses Suchen zu vermeiden, finden Sie nachstehend eine Aufstellung der am häufigsten auftretenden Fehlerursachen.
Störungen können sein:
1. Motor springt nicht an.
2. Motor setzt aus, läuft unregelmäßig.
3. Motor bringt zu geringe Leistung.
4. Mangelhafter Leerlauf.
5. Wasserpumpe fördert nicht oder fördert zu wenig.
6. Getriebe läßt sich nicht schalten.
7. Motor kippt beim Rückwärtslauf an.
8. Boot macht zu geringe oder keine Fahrt.
Störungsursachen siehe Tabelle auf Seite 24!
P 17
6.2. Kraftstoffanlage überprüfen
1. Anschluß der Kraftstoffleitung am Tank und am Motor auf Dichtheit prüfen. Bei Undichtheit Anschlüsse nachziehen bzw. neue Dichtungen verwenden.
2. Gummibirne und Schnellverschluß in Kraftstoffleitung auf Dichtheit überprüfen.
3. Die Dichtheit der Kraftstoffpumpe überprüfen. Hierbei speziell den Verschlußdeckel, die Anschlüsse der Kraftstoffschläuche und die Abdichtung der Pumpe am Kurbelgehäuse beachten.
6.3. Vergaser überprüfen
Bei Störungen am Vergaser zunächst Schwimmergehäuse und Düsen, wie unter 5.5. angegeben, reinigen. Die Demontage des Vergasers hat möglichst zu unterbleiben, da durch geringe Unachtsamkeit hierbei bereits erhebliche Punktionsstörungen auftreten können.
Zu lange Betätigung des Vergasertupfers, lockere Düsen usw. führen zu einem Kraftstoffüberschuß. Der Motor erhält dann ein nicht sehr zündfähiges Kraftstoffluftgemisch, erkenntlich an nassen Zündkerzen. In diesem Falle Gasdrehgriff bis zum Anschlag öffnen und Motor bei herausgeschraubten Zündkerzen mehrmals durchziehen (Zündkerzen dabei an Zündleitungen anschließen und an Masse legen, damit der Zündfune abgeleitet wird, oder Kurzschlußknopf drücken). Wenn der Motor bei Leerlaufstellung des Gasdrehgriffes oder beim Schalten stehenbleibt, kann die Leerlaufdrehzahl durch geringes Herausdrehen der Seilzugstellschraube an der Schiebergehäusekappe des Vergasers erhöht werden. Leerlauf nur bei warmem Motor einstellen. Auf Grund besonderer Kraftstoff-, klimatischer oder betrieblicher Verhältnisse kann eine Änderung der Grundeinstellung dea Vergasers erforderlich sein. Sämtliche Arbeiten am Vergaser überlasse man dem Fachmann.
6.4.. Zündanlage überprüfen
1. Zündkabel auf festen Sitz an den Sekundärzündspulen und an den Zündkerzensteckern prüfen.
2. Zündkerzen ausschrauben, Elektrodenabstand prüfen (Fühllehre 0,5 - 0,6 mm), an Zündkabel angeschlossene Zündkerzen an Masse legen und Motor durchziehen (Hinweise auf Seite 22 oben beachten!). Springt an den Elektroden kein Zündfunke über, neue Zündkerze ausprobieren. Ist die Zündkerze naß oder verölt siehe 6.3.!!
3. Kurzschlußkabel an Klemmleiste (siehe Seite 9) lösen. Erfolgt dann einwandfreie Zürdung, hat die KurzschlußIeitung zwischen Klemmleiste und Kurzschlußdruckknopf Masseschluß.
4. Führen diese Maßnahmen zu keinem Erfolg, Zündkerzen-Stecker auswechseln.
5. Sollte nach diesen Maßnahmen kein Zündfunke festzustellen sein, Unterbrecherkontakte kontrollieren (siehe 5.4.) Weitere Reparaturen an der Zündanlage überlasse man dem Fachmann.
6.5. Störungen an der Startanlage
Beim Riß des Startseiles oder Federbruch Startanlage abmontieren (siehe 5.4.). Motor mittels einer Anreißleine an der Schwungscheibe anwerfen. Startanlage in Vertragswerkstatt instandsetzen lassen.
6.6. Aussetzen der Kühlwasserförderung
Ist nach den Anwerfern des Motors kein Kühlwasserlauf an der Kontrollbohrung festzustellen, oder setzt der Wasserdurchlauf während des Betriebes aus, ist der Motor sofort stillzusetzen. Zunächst ist die Kontrollbohrung auf Verstopfung zu kontrollieren und zu reinigen. Kühlwassereintrittsbohrungen im Getriebegehäuse kontrollieren und reinigen. Bei Schäden an der Wasserpumpe ist eine Vertragswerkstatt aufzusuchen.
6.7. Erneuerung des Scherstiftes und des Propellers
Bei Grund- oder Treibholzberührung wird der Scherstift abgeschert. Der Motor steigert dann plötzlich seine Drehzahl, bringt aber keinen Vortrieb mehr. Gasdrehgriff und Getriebeschaltung sofort auf Leerlauf stellen und Motor stillsetzen. Die Nabenkappe hinter dem Propeller wird abgenommen und der Propeller soweit gedreht, bis die Bohrung in der Messingbuchse mit der Bohrung in der Schraubenwelle übereinstimmt. Dann wird ein neuer Scherstift (Zylinderstift 6x30 Messing) eingeschlagen, die Nabenkappe wieder aufgesetzt und mit einem neuen Splint 3x25, TGL 0-94, gesichert. Soll der Propeller ausgetauscht werden, wird die Kappe abgenommen, der Scherstift mit einem Dorn herausgeschlagen und der Propeller von der Welle abgezogen. Die Montage des neuene Propellers erfolgt dann wie oben beschrieben.
6.8. Getriebe läßt sich nicht schalten
Einstellung der Getriebeschaltung nach Pkt. 5.7. Überprüfen und gegebenenfalls Korrigieren. Schaltstange leicht einfetten bzw. Lagerbolzen am Gehänge leicht einölen.
7. Reparaturen und Ersatzteilversorgung
Für Wartungsarbeiten und Reparaturen stehen Ihnen unsere Vertragswerkstätten zur Verfügung. Zur Ausführung von Garantieleistungen sind nur unsere Vertragswerkstätten berechtigt. Lassen Sie notwendige Reparatur- und Wartungsarbeiten in den Herbst- und Wintermonaten und nicht erst zu Beginn der Wassersportsaison durchführen. In der Kundendienstorganisation werden keine Reparaturen durchgeführt.
Wenden Sie sich, bitte, bei Reparaturen und Garantiefällen an eine Vertragswerkstatt. Für unverlangt an uns eingesandte Motoren und Einzelteile übernehmen wir keine Gewähr. Die Lieferung von Ersatzteilen erfolgt nur über den Fachhandel oder die Vertragswerkstätten mit Handelsgenehmigung.
Die Versorgung des Einzelhandels mit Ersatzteilen erfolgt über den
Sozial. Großhandelsbetrieb Sportartikel u. Kulturwaren Bereich Sportartikel
1125 Berlin-Hohenschönhausen
Freienwalder Straße 28
Telefon: 57 60 61
Anmerkung: beim Thema Zündung bezieht sich der Text mehrere Male auf eine Markierung "S". Dieses Zeichen "S" ist am Motor spiegelbildlich dargestellt, wie das Fragezeichen ohne Punkt. Aus darstellungstechnischen Gründen mußte hier das "S" verwendet werden.
Die Herstellerfirma des Motors existiert noch mehr...

















