Die Anfänge in Berlin 1883:
Als der Wassersport in Deutschland den ersten Aufschwung nahm, gründete Robert Beelitz am Berliner Wannsee eine Bootsvermietung (Kanu- und Ruderboote), mit dazugehörigem Lagerschuppen. Bereits nach kurzer Zeit kam Robert Beelitz (der 1.) auf die Idee, diese Boote selbst zu reparieren, und bot bald auch für Fremde Reparatur-Möglichkeiten an.

Es war nur folgerichtig, daß sein Sohn Robert  das Bootsbauerhandwerk - auf einer Potsdamer Werft - erlernte. Etwa 1928 machte jener sich selbstständig und gründete seine eigene Werft.  Robert  Beelitz (der 2.) baute Boote nach eigenen Rissen sowie nach Entwürfen von Arthur Tiller und Karl Martens. So entstand auf seiner Werft der erste vom Konstrukteur Martens gezeichnete "Europa Dreißiger". Die Beelitz-Werft gestaltete seitdem als Familienbetrieb den deutschen Wassersport mit. Trotz aller Vielfalt im Yachtbau blieben die Motorboote das besondere Anliegen. Vor allem auf dem Wannsee wurden schnelle Rennboote gebaut. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges fanden zahlreiche klassische und schöne Beelitz-Motorboote ihre Liebhaber. Man sprach damals bereits stolz von einer Bootsbaudynastie Beelitz.

Wie bei so vielen Werften durfte man ab 1939 nur noch Boote für die Reichsmarine herstellen. Im Weltkrieg wurde die Werft zweimal durch Bomberangriffe schwer beschädigt.

Nachkriegsaufbau:
unter schwierigen Bedingungen gelang 1945 der Neubeginn in Berlin am Wannsee und in Potsdam. Dort baute die Familie Beelitz zuerst Angelkähne, Paddelboote, Jollen und Jollenkreuzer. Ab 1948 erlernte Robert (der 3.) bei seinem Vater das Bootsbauerhandwerk. 1955 legte er seine Meisterprüfung erfolgreich ab. Man produzierte dann an zwei Standorten wieder vermehrt Motorboote. Als im Zuge der Gründung der DDR viele Betriebe verstaatlicht wurden, beschlossen Vater und Sohn 1958 (bereits vor dem Mauerbau), die DDR zu verlassen und gaben den Standort in Potsdam auf. 1961 kam ein weiterer Standort in Helmstedt/Westdeutschland dazu.
Umzug nach Fehmarn:
1967 verlegten Vater und Sohn Beelitz ihre Werft schließlich an die Ostsee nach Fehmarnsund - einem idyllischen Ort auf der Insel Fehmarn direkt neben der Fehmarnsundbrücke, die mit der Vogelfluglinie 1963 errichtet worden war. Der Fehmarnsund - eine Meerenge zwischen Kieler Bucht und Mecklenburger Bucht - trennt die Insel Fehmarn vom Festland. Vater und Sohn Beelitz kauften den Fährhafen auf Fehmarn und bauten an diesem Standort eine neue Bootswerft auf. Die Werft mit sturmsicherem Hafen liegt auf der Insel Fehmarn östlich - direkt neben der Brücke. Als im Jahre 1982 Robert (der 2.) verstarb, übernahm Robert (der 3.) den Familienbetrieb. Auf Fehmarn baute die Beelitz-Werft mit einer steigenden Anzahl an Bootsbauern über 40 Jahre viele Holzyachten (Segel- und Motoryachten), von denen der Großteil auf dem Zeichenbrett von Robert (dem 3.) entstanden waren. Ferner bot der Betrieb einen Rundum-Service mit Liegeplätzen, Winterhalle, Motorenservice und Trailer-Stellplätzen an, welcher der Beelitz-Werft einen guten Namen an der Ostseeküste einbrachte.

Hobbys:
Auch in seiner Freizeit blieb Robert  Beelitz, der allseits geschätzte Bootsbauer mit Leib und Seele, immer seiner Berufung treu. Ein großes Hobby war das Eissegeln. Das andere blieb zeitlebens das Restaurieren alter Außenbord-Bootsmotoren. Mehr als 40 Motoren wurden originalgetreu von ihm restauriert.

Aus gesundheitlichen Gründen verkaufte Robert Beelitz Ende 2007 seine renommierte Werft in Fehmarnsund an Josef Martin
mehr..., der die Tradition seitdem an zwei Standorten fortführt.

Am 17.01.2008 verstarb Robert Beelitz im Alter von 75 Jahren.
Er fand seine letzte Ruhe auf der Insel Fehmarn.