Oldieboote Forum

Thema: Schon Erfahrungen zu Epoxigrund klar auf Holz ?

Autor Nachricht
Verfasst am: 28.08.13 [19:44]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 574
Hallo Gemeinde!

Vor eins zwei Jahren gab es mindestens ein Holzboot hier im Forum, welches vor einer Klarlackierung zunächst mit Epoxi grundiert worden ist.
Gibt es dazu schon erste Berichte bezüglich der Haltbarkeit und dem UV-Verhalten in Sachen Farbveränderung?

Würde mich sehr über eine Auswertung freuen!

Grüße! Dennis
 
Verfasst am: 29.08.13 [06:59]
 
windi
Ralf Windmüller
Dabei seit: 16.04.2008
Beiträge: 1397
Es gibt die komplette Palette an Erfahrungen - von "Super" und "immer wieder" bis "das Letzte" und "das kommt mir nie mehr unter Klarlack" .

Boesch beschichtet seine Neuboote mehrfach mit Kristallklarem Epox mit UV-Filter und danach erst 10+ Schichten Klarlack. Es gibt andere Werften und Restaurationsbetriebe die das "Lackieren" mit Epox aus dem Programm gestrichen haben.

Es kann, je nach Hersteller, bei starker UV-Belastung zu milchartigen Schleiern unter dem Klarlack kommen, das vergilben von Harzen ist bei lackierten dunklen Hölzern zu vernachlässigen - sieht man nicht.

Es gibt mittlerweile echte Lackierharze.

Bitte NIE den Fehler machen ein Standartharz, wie man es zum Laminieren verwendet, auch zum beschichten von klar zu lackierenden Flächen benutzen - das geht zu 90% nicht gut.

Gruß Ralf


Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. -Albert Einstein-
 
Verfasst am: 29.08.13 [11:17]
 
mr.ot
Olaf
Dabei seit: 05.06.2008
Beiträge: 713
Kann ich genau so bestätigen.

Ich hatte auch 2 mal eine Epoxygrundierung unter der Lackierung.
Habe nun 2 mal "ins Klo gegriffen".

Am Anfang sah alles super aus, dann kam nach einigen Monaten die Ernüchterung, alles milchig.

Habe das Material reklamiert und Ersatz bekommen aber das war auch nichts.

Ich werde es nun mit 1K-Klarlack versuchen.

Gruß Olaf



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Verfasst am: 29.08.13 [19:48]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 574
OK!
Das es spezielle Harze je nach Einsatzzweck gibt macht Sinn!

Mich interessiert besonders was passiert, wenn durch eine unbemerkte Beschädigung (Zb. Riß hinter Scheuerleiste) Feuchtigkeit ins Holz unter die Lackierung gerät. Löst sich das Epoxi dann, spätestens nach der Winterlagerung, vom Holz ab? Im Moment ist es bei mir so, daß der Lack bei Feuchtigkeitsunterwanderung im Frühjahr vom Untergrund abgestoßen wird. -> Blasenbildung->Reparatur.

Grüße! Dennis
 
Verfasst am: 12.09.13 [10:54]
 
Warmduscher
Wolf
Dabei seit: 01.08.2011
Beiträge: 4
Hallo,

das kommt drauf an wie tief das Epoxi ins (Sperr)Holz eingedrungen ist.

In einem aktuellen Fall war das Epoxi nicht tief eingedrungen (untere Seitenflossen mit Scheuerleiste dran, also immer naß). Es löste sich die Beschichtung vom Holz ähnlich abblätterndem Lack.


In einem anderen Fall war das Epoxi recht tief eingedrungen (Seitenwand unterhalb der unteren Seitenflossen). Von innen kam wegen Leck über längere Zeit Wasser ins Holz. Es löste sich nicht die Beschichtung vom Holz sondern die Beschichtung mitsamt der äußeren Sperrholzlage vom Rest des Sperrholz.

Hier überlege ich als Notreparatur in die abgelöste, aber intakte Beschichtung dünnflüssiges Harz einzuspritzen. Gibts Erfahrungen zu so einer Vorgehensweise ?

W.
 
Verfasst am: 12.09.13 [19:05]
 
windi
Ralf Windmüller
Dabei seit: 16.04.2008
Beiträge: 1397
Wie "TIEF" soll Epoxi denn in ein Sperrholz eindringen ? Sperrholz besteht aus mehreren Furnierlagen die unter Druck und Hitze miteinander verleimt sind - Ergo, ist es nur möglich in das 0,6 bis max. 1,5 mm starke Deckfurnier "Einzudringen" - tut es aber bei Edelhölzern wie Mahagoni nicht. Edelhölzer wachsen sehr langsam und sind deshalb Strukturell nicht sehr "Saugfähig" - Nadelhölzer wie Kiefer,Fichte oder Lärche hingegen sind schnellwachsende Hölzer und sehr saugfähig. Epoxi hält aber, vorausgesetzt das Holz ist trocken und sauber geschliffen, an jedem Holz, auch an Eiche. Epoxi ist definitiv Wasserdicht und schützt alle behandelteten Materialien (auch Stahl) vor Feuchtigkeit. Ordentlich verarbeitet löst sich Epoxi nicht von alleine. Ablösungen haben immer die Ursache des Feuchtigkeitseintritts durch die Hintertür, also zu feuchter Untergrund oder Hinterfeuchtung z.Bsp. durch stehendes Wasser in der Bilge.

Dein Beispiel der Furnierablösung von der erste Leimschicht des Sperrholz ist Symptomatisch dafür. Das Deckfurnier ist durch das Epoxi geschützt, aber nicht der Rest.

ICH habe noch kein abblätterndes Epoxi gesehen, wenn es auf ein tragfähiges gut vorbereitetes Holz, Stahl oder Polyester aufgetragen wurde. Epoxi hält z.Bsp. NICHT auf Antifouling, Sikaflex o.Ä. Bitte immer alles gut entfernen.

Behnke hat im übrigen ein Super klares Mittelviskoses Harz und einen glasklaren Härter mit dem man Sichtlaminate bzw. Beschichtungen herstellen kann, die man selbst als Zwischenschichten zum Füllen bei 2K-Lackierungen verwenden kann. Kleine Risse oder Unebenheiten verschwinden wie von Zauberhand.

Gruß Ralf


Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. -Albert Einstein-

Dateianhang
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Verfasst am: 17.09.13 [11:47]
 
mr.ot
Olaf
Dabei seit: 05.06.2008
Beiträge: 713
Hallo,

bis auf einen Punkt kann ich Windi so zustimmen:

Zitat:...tut es aber bei Edelhölzern wie Mahagoni nicht. Edelhölzer wachsen sehr langsam und sind deshalb Strukturell nicht sehr "Saugfähig" - Nadelhölzer wie Kiefer,Fichte oder Lärche hingegen sind schnellwachsende Hölzer und sehr saugfähig...Zitat Ende.

Wir haben gerade aktuell eine massive Mahagonireling aufgearbeitet.

Die Fläche die zu beschichten war betrug ca. 24 qm.

Bei der Behandelung mit Owatrol D1
haben wir 12 Kg verbraucht.

Also verdunstet ist das Zeug nicht.
Das D1 ist komplett in das Holz eingezogen. Anzumerken sei noch, daß diese Prozedur vor Jahren schon einmal gemacht wurde, das Holz war also schon einmal mit D1 getränkt.

Anschließend sind noch mal ca. 8 Kg Owatrol D2 drauf gegangen.

Ergo passt die Aussage mit der Saugfähigkeit bei massivem Mahagoni nicht so ganz.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.2013 um 11:49.]

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Verfasst am: 17.09.13 [16:50]
 
michael
Michael Grothe
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 949
Hej,

beide Aussagen von Olaf und von Ralf
sind fehlerhaft.

Auch Nadelhölzer nehmen unterschiedlich Harz auf. Tanne, Fichte z.B. mehr, Lärche und deutsche Kiefer viel weniger.
Und bei Tropenhölzer sind die Unterschiede
noch größer. Gabun/Okume, Khaya mehr aufnahmefähig, Sapeli oder Honduras Mahagoni viel weniger.

Nun zu D1 bzw. D2

Schneide mal so ein Stück getränktes Holz im Querschnitt auf. Du wirst überrascht sein, wie gering die Eindringtiefe ist. max. 1 mm Habe ich mit verschiedenen Hölzer getestet.



Michael
 
Verfasst am: 20.09.13 [13:59]
 
mr.ot
Olaf
Dabei seit: 05.06.2008
Beiträge: 713
michael schrieb:

Hej,

beide Aussagen von Olaf und von Ralf
sind fehlerhaft.

Auch Nadelhölzer nehmen unterschiedlich Harz auf. Tanne, Fichte z.B. mehr, Lärche und deutsche Kiefer viel weniger.
Und bei Tropenhölzer sind die Unterschiede
noch größer. Gabun/Okume, Khaya mehr aufnahmefähig, Sapeli oder Honduras Mahagoni viel weniger.

Nun zu D1 bzw. D2

Schneide mal so ein Stück getränktes Holz im Querschnitt auf. Du wirst überrascht sein, wie gering die Eindringtiefe ist. max. 1 mm Habe ich mit verschiedenen Hölzer getestet.



Michael



Hi Michael,

wo iss es denn hin?

Wenn das D1 auf 1 qm nur max. 1 mm tief eindringt, hätte ich kalkulatorisch einen Verbrauch von ca. 100 ml/qm.
Ich frage mich dann, wo die verbleibenden 400 ml, die wir nass in nass verarbeitet haben, hin sind?

Das Holz dürfte übrigens Khaja sein.

Gruß Olaf

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Verfasst am: 20.09.13 [14:25]
 
michael
Michael Grothe
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 949
Hej Olaf,

das ist eine gute Frage an den Hersteller.

Im Holz ist es jedenfalls nicht.

Mache eine Schnittprobe.


Hej då

Michael
 

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