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Thema: Risse

Autor Nachricht
Verfasst am: 12.03.21 [22:24]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 576
Hallo!

Fragen zur Reparatur von Rissen im Holz oder an Trennstellen tauchen ja immer wieder auf. Ob diese verfugt werden können oder aber ausgefräst und verleistet werden sollten.
Kommt es ganz dick ist das Ausleisten eine Möglichkeit für den, der sich das zutraut.

Es bietet sich aber durchaus an, die Risse je nach Breite mit reinem Epoxiharz oder dickem Epoxikleber auszufüllen! Ausleisten kann man immer noch, falls es schief geht.

Was spricht dafür:

-Winterrisse werden im Frühjahr versiegelt, bevor unschöne farbliche Veränderungen in der Saison folgen und größere Arbeiten nötig werden.
-Gerissene Leimfugen werden wieder stabil.
-Risse werden bei durchdachter Vorgehensweise (daneben abkleben etc) wieder dunkel und "unsichtbar", es muss keinesfalls lackiert werden.
-Uneingeschränkt überlackierbar, wenn fällig
-sieht normalerweise keinesfalls "zugeschmiert" aus wie bei anderen Füllmaterialien
-Die Lebensdauer des Lackes kann genutzt werden, da lokale Schäden unterbunden werden.


Was spricht dagegen:

-Klebt garantiert nicht auf frisch geölte Rümpfe mit satt durchtränkten Rissen, Owatrol & Co durchlaufen aber einen Prozess der Alterung. Die versiegelnde Wirkung gegenüber Wasser und Kleber - ölige Eigenschaften gehen wieder verloren. Im Zweifelsfall einfach versuchen!

Unsichtbarkeit:

Keine Zusätze verwenden !!!
Angemischtes reines Epoxiharz (Ausnahme spezielle Beize, siehe unten) in Einweg-Spritzen einsaugen und die Spritze mit etwas Druck über die Risse führen. Vorn ein Stück PVC-Schlauch als weiche Spitze aufstecken.
Lackrisse werden wie von Zauberhand unsichtbar, ins Holz gehende Risse nehmen viel harz auf und werden bis innen verfüllt und sind wieder stabil.

Für starke Risse marktüblichen transparenten langsam härtenden 2K-Epoxikleber diverser Hersteller aus Tuben oder den Doppelspritzen anmischen.
Eine alte leere Acrylkartusche auf ein Drittel gekürzt, dient mit einer Spritze als Hilfsmittel zum Verfugen.
Diese Verklebung für größere Risse vorzugsweise vor einer Lackierung und vor dem Abschleifen machen, etwas dicker auftragen so dass plangeschliffen werden kann.
Soll gebeizt werden, Harz passend einfärben. Habs nicht probiert aber gesehen mit Interstain Mahagoniebeize. Auch sehr überzeugend!

Die transparent verharzten Fugen nehmen den Farbton der Risse im Holz an, sehen nach dem Lackieren aus wie dunkle Maserung und sind daher von außen unauffällig bis unsichtbar. Man muss sich keine Gedanken machen wie der Farbton zu treffen ist.
Mit etwas Übung ist bei einer Hochglanzlackierung auch schräg davon nichts zu sehen!

Problem:
Bei klassischen Lack kann daneben geratenes Harz nicht mit Aceton einfach abgewischt werden. Bei PU-Lacken ist dies aber i.d.R. möglich.

Die Vorgehensweise ist simpel und ergibt nach Einarbeitung perfekte Optik und bringt Stabilität zurück.

Wenn anwendbar - immer wieder empfehlenswert!















[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 12.03.2021 um 22:48.]
 
Verfasst am: 12.03.21 [22:58]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 576
Bei anstehenden Restaurierungsobjekten wäre abzuwägen, ob auf einen klassischen Lackaufbau mit Öl und/oder Kunstharz komplett verzichtet werden könnte, was weitere Vorteile und Vereinfachungen ergibt.
 

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