Oldieboote Forum

Thema: "Schwergängigkeit" einer DDR-Gummi-Wellenbuchse.

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Verfasst am: 19.10.21 [20:52]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Moin!

Kennt sich jemand von Euch mit den DDR-Wellenbuchsen aus Gummi aus - wieviel Pressung ist noch normal?

Bei meiner kürzlich erworbenen Wellenbuchse aus DDR-Altbestand ist im eingesetzten Zustand der Innendurchmesser auf geschätzt 19mm zusammengedrückt. Zumindest mit reinem Wasser kriege ich da keine 20mm Welle rein. Da müsste man Seife oder so zu Hilfe nehmen.

Die zuvor Verbaute (baugleich) war auch recht geknautscht.
Im Frühjahr war die Welle durch die hohe Pressung immer hartnäckig festgepappt, es gab damit im Betrieb, außer gelegentlichem Quitschen, aber keine Probleme.

Die "Neue" scheint mir noch mehr vorgespannt zu sein, ich kann mich aber auch täuschen. Der Einbau der Alten liegt ja schon 20 Jahre zurück.

Ist die Pressung gewollt und kein Problem?

Danke schon mal für Eure Tipps und Erfahrungen!



Zwischenbericht:

An der neuen Buchse habe ich nun vor dem Einbau per Hand innen etwas Material abgeschliffen. Hilfsmittel war 18er Rundmaterial mit einer Lage Schleifpapier umwickelt.
Zur Kontrolle wurde die Buchse immer wieder eingesetzt, um mit einem Stück 20er Welle zu kontrollieren.

Die Pressung im eingebauten Zustand ist durch den Materialabtrag nun geringer.

Die Welle lässt sich zwar mit der Hand gegriffen immer noch nicht drehen, aber an der Schwungscheibe oder dem Propeller drehen ist mit einem gewissen Widerstand jetzt möglich. Das sollte OK sein.

Für den Einbau der Buchse habe ich Motor und Glocke getrennt. Den Motor ganz nach vorn geschoben und das Stevenrohr ging noch minimal nach hinten.

Im entstandenen Abstand die Paßschrauben der Welle entfernt und die gelöste Welle dann nach vorn bis an den Motor geschoben.

Somit war die Buchse gerade soweit frei, dass man ohne Wellenausbau daran arbeiten konnte.

Hier geht es um eine angepasste Primat-Anlage mit einem DDR Gummiwellenlager. Lebensdauer der ersten Buchse 20 Jahre.
(Die hätte noch länger gehalten hätte ich nicht versucht diese neu einzukleben.
Mit dem Gummimetallkleber scheint sie geschrumpft zu sein.)



[Dieser Beitrag wurde 6mal bearbeitet, zuletzt am 21.10.2021 um 17:57.]
 
Verfasst am: 29.10.21 [21:46]
 
Christian
Dabei seit: 17.07.2020
Beiträge: 15
Hallo Dennis!
Wo bekommt man denn so eine Wellenbuchse aus Altbestand? Ich glaube, das Thema steht bei mir auch an, wobei das momentan eigentlich mein kleinstes Problem ist...
doch dazu mehr in meinem anderen Thread, den ich gleich mal verfassen will.
Gibt es nicht auch Wellenführungen, für die gar kein Wellenausbau erforderlich ist? Meine da mal irgendwo was gelesen zu habe, von 2 Halbschalen die da eingepresst werden...aus Pertinax?

Gruß Christian
 
Verfasst am: 01.11.21 [16:39]
 
dennisk
über Wasser
Themenersteller
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Halbschalen? Noch nie gehört! Bei großen Schiffen wird das Wellenlager "segmentweise" eingesetzt.

Ich hatte ein paar alte Hasen befragt was sie von Pertinax, Miramid oder Gummi halten, Zitate:
..."Pertinax? Nimm Miramid, das haben wir in alle Boote eingebaut, es gibt nichts Besseres!"
... "Miramid? Da hatten wir nur Ärger mit, nimm Pertinax! Das spielt bei so einem Boot wohl keine Rolle, falls Klappergeräusche zu hören sind!" ( Wie bitte? Frechheit !! icon_smile.gif )

Meine Erfahrung: Pertinax hatte ich vorher drin. Die klapperte. Zum Umbau auf Gummi habe ich mich überreden lassen. Im Nachhinein eine gute Entscheidung für die Lebensdauer!

20er Wellenbuchsen fand ich eben hier
https://profiseal.com/produkte/profiseal-gummiwellenlager

Beim Panther und ähnlichen Booten könnte man den Wellenbock vielleicht einfach aufbohren oder einen Neuen bauen, um aktuelle Buchsen verwenden zu können.







 
 

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