Oldieboote Forum

Thema: Wartburg läuft nur auf zwei Zylinder

Autor Nachricht
Verfasst am: 29.07.22 [15:59]
 
Lotos boot 20
Laura
Themenersteller
Dabei seit: 29.07.2022
Beiträge: 1
Hallo in die Runde,

Wir haben einen Lotos mit dem guten Wartburgmotor..
nun haben wir das Problem das er nach kurzer Fahrt anfängt mit zündaussetzern bzw nur auf zwei Zylinder läuft.. kurz gehen dann wieder alle drei und dann wieder nur zwei und das dann dauerhaft.. Vollgas geht dann gar nicht.

Wir hatten das vor kurzem schon da war das auch ein Problem nach tauschen der Zündkerzen, Zündkabel Und zünd Stecker lief er jetzt mehrere lange Touren einwandfrei und nun ist das gleiche problem wieder da. Die Kerze von dem ausfallenden Zylinder ist nun auch wieder schwarz.. wir haben nun nochmal neue Zündkerzen bestellt aber mittlerweile glauben wir nicht das es da dran liegt da die letzte Zündkerze ja nicht lange gemacht hat wo alles lief.

Benzin Filter wurde auch erst gewechselt.

Hat jemand eine Idee woran es liegen kann? Die unterbrechet Platte wurde auch erst vor dem Winter neu eingestellt. Sowie der vergaser gereinigt.


 
Verfasst am: 29.07.22 [22:58]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Ist es der hinterste oder der vorderste Zylinder?

Ist es der Vorderste, könnte es die Bezinpumpe sein. Ist hier die Membrane undicht, kann Benzin in den Kurbelraum des Zylinders sickern.

Ist es der Hinterste könnte der Vergaser die Ursache sein. Läuft dieser über oder gibt zu viel Benzin ab (kann ja sein trotz Einstellung u.s.w.), hat der hinterste Zylinder in der Regel zuerst Probleme, weil er der unterste ist und der Überschuß einfach nach unten läuft.

Letztendlich kann aber auch einfach nur eine Kerze wegen schlechter oder defekter Zündung auf diesem Zylinder nass werden.

Manchmal sind auch zwei oder mehr Mängel im Spiel. Dann erscheint ein gelöstes Problem als Fehldiagnose, obwohl man auf dem richtigen Weg ist und "nur noch" die anderen Fehler finden muss.
Zb. Motor zu kalt + Zündspülen alt und schlecht + ein altes Schwimmerventil schließt nicht korrekt oder der Schwimmer hat ein Loch und hat Tiefgang, wodurch der Schwimmerstand drehzahlabhängig immer etwas zu hoch ist.
Dazu noch eine halb zugesetzte Benzinleitung oder ein alberner Minibenzinfilter der den Motor bei Gleitfahrt absterben lässt und man sieht bei der Fehlersuche auf Anhieb nicht durch.

Die Fehlersuche erfordert etwas Erfahrung und Glück für schnelle Erfolge. Auch ist es hilfreich Teile zum
schnellen Tausch da zu haben. Vergaser, Benzinpumpen, Zündspulen und so.

Grüße!

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.2022 um 23:19.]
 
Verfasst am: 12.09.22 [13:35]
 
zephyr304
Mario
Dabei seit: 14.09.2020
Beiträge: 135
Ich habe das Problem auch. Du kannst hier und auch in anderen Foren zu diesem Thema einige Informationen finden. Das Thema wurde schon oft besprochen. Im Prinzip besteht immer das Problem, dass der letzte Zylinder (in Fahrtrichtung) schwarz wird. Das hat verschiedene Gründe, denen man auf unterschiedliche Weise begegnen kann.

Im Lotos ist der Wartburg-Motor schräg eingebaut. Der Sprit läuft also in der Ansaugbrücke immer nach unten wodurch der untere Zylinder überfettet.

Normal ist, dass der Wartburg bei Tuckerfahrt (6-9 km/h) irgendwann Zündaussetzer hat. Wenn man ein Getriebe hat, hilft es manchmal den Motor ohne Gang ein paar Sekunden hochtourig drehen zu lassen. Ohne Getriebe muss meist die Kerze gereinigt werden (Drahtbürste + Bremsenreiniger).

Ein weiterer Grund für Probleme ist, dass der Wartburg mit dem offenen Kühlkreislauf bei langsamer Fahrt (niedrigen Drehzahlen) häufig zu kalt läuft. Dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze. Entweder geschlossenes Kühlsystem mit Wärmetauscher, oder Systeme die es erlauben die Durchflussmenge des Kühlwassers mit einem Dreiwegeventil zu regulieren. Das serienmäßige Thermostat funktioniert, hilft den Temperatuproblemen jedoch aus meiner Erfahrung nur unzureichend. Einige lassen es deshalb weg, andere bohren ein kleines Loch in das Thermostat.

Auch die richtigen Kerzen können eine Rolle spielen. Verwendet Ihr die 175er Kerzen?

Zunächst solltest Du vielleicht auch schreiben, welche technische Ausstattung vorliegt.

1. Elektronische oder Unterbrecherzündung?
2. Zündspulen klein oder groß?
3. Wendegetriebe + selbstansaugende Wasserpumpe oder Staudruckkühlung?
4. Wärmewert Kerzen (175...)?
5. Jikov Vergaser (mit Keil...?) oder BFV Vergaser

Interessant wäre evtl. auch, ob und was die Temperaturanzeige anzeigt bzw. welche Temperatur der Motor erreicht.

Ich bin nun die zweite Saison mit dem Lotos unterwegs und konnte Erfahrungen mit und ohne Getriebe, kleinen vs. großen Zündspulen, Standart vs. regelbarem Kühlsystem machen. Die elektronische Zündung habe ich noch nicht. Viele schreiben das sie zuverlässiger läuft. Insbesondere wenn man sich mit der Einstellung der Zündung nicht auskennt, ist es sicher die stressfreiere Variante ggü. der Unterbrecherzündung.

PS. Die Kondensatoren auf der Unterbrecherplatte sind manchmal auch Ursache für ein Problem. Da bin ich mangels Erfahrung aber raus.

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 12.09.2022 um 13:43.]
 
Verfasst am: 26.09.22 [12:44]
 
reno
bernatzky
Dabei seit: 26.05.2008
Beiträge: 233
"Im Lotos ist der Wartburg-Motor schräg eingebaut. Der Sprit läuft also in der Ansaugbrücke immer nach unten wodurch der untere Zylinder überfettet"
.... deshalb fährt ein Wartburgauto auch nicht lange wenn man im Gebirge bergauf fährt.... icon_lol.gif ..ausserdem stimmt etwas nicht, wenn sich in der Anaugbrücke Benzin befindet...
meinbe Erfahrung zu der Problematik:
das geschilderte Problem tritt nur auf, wenn das Kühlwasser durch die im Kopf verbaute Wasserpumpe in den motor gelangt.
Grund ist, das das Kalte Seewasser als erstes diesen Zylinder umströmt. Die beiden anderen sind immer wärmer. Einzige Lösung ist der Kühlwassereintritt durch einen Froststopfen. Wasser steigt im Block auf, erwärmt sich relativ gleichmäßig, und raus aus dem Thermostatgehäuse ohne Thermostat. Wem das zu Kalt ist, dort ein Regelventil einbauen.
Wichtig, es funktionieren nur Köpfe, wo man nach dem Abschrauben des Thermostatgehäuses bis in die Kühlkanäle des Blockes schauen kann.
Beweis..... ich fahre meinen Melkus sehr kalt ewig im Standgas ohne das irgend eine Kerze ausfällt, und die Boote die ich kenne, die die Kühlung umgebaut haben.


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 26.09.2022 um 12:45.]

wie sagte ein bekannter zu mir?:
"männer aus stahl fahren boote aus holz"
 
Verfasst am: 26.09.22 [12:54]
 
reno
bernatzky
Dabei seit: 26.05.2008
Beiträge: 233
schaue hier:
https://www.oldieboote.de/de/navigation/technik/motoren/innenborder/wartburg/marinisierung/kuehlkreislauf/variante-1.html

wie sagte ein bekannter zu mir?:
"männer aus stahl fahren boote aus holz"
 
Verfasst am: 01.10.22 [08:34]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Bei Bergfahrt fährt man nicht im Leerlauf, der Effekt taucht hier nicht auf.

Das originale Thermostat hält bei mir im Leerlauf den Motor auf jede an der Madenschraube eingestellte Temperatur. Auch 90 Grad wären möglich.
Nur bei Gleitfahrt geht die Temperatur leider in den Keller.

Natürlich muss der am Thermostat vorbeiführende Heizungsstutzen blockiert werden. Eine Miniöffnung habe ich trotzdem, damit sich der Motor nach Erststart zügig entlüften kann.
Ich denke das darf man nicht vergessen!

Ich musste am hinteren Froststopfen anschliessen. Vorn versperrt die fette Drehstromlima den Platz - igentlich auch schlecht das Wasser ausgerechnet unterm Problemzylinder einzuleiten, trotzdem setzt der untere Zylinder nicht aus.

Ein 1/2"-Ventil vor dem Motor erlaubt eine Absperrung ist bei mir nur etwa eine viertel bis halbe Umdrehung offen für die gesamte Wasserversorgung für Kühlung und Auspuff. Das reicht völlig!

Und, man kann tatsächlich auch ewig mit kaltem Motor Leerlauf fahren, wenn alles stimmt. Mit der Ebza können hohe Ladeströme mit starken Zündspülen verwendet werden, was einen Unterbrecher schnell zerstören würde. Zündung ohne Unterbrecher ist eine ganz andere Liga.
Man könnte Unterbrecher auch mit einer klassischen Transistorzündung auf Hochleistung bringen (Nachrüstlösung für Oldtimer).
Nur ist man damit immer noch nicht die Unterbrecher mit Wartungsaufwand und Verschleiss los.

Dass der "normale" Zylinderkopf den untersten Zylinder unterkühlen soll, dazu habe ich keine Erfahrungen.
Kann ja sein, daß die seitlich vorhandenen kleinen Übergangsflächen vom Verteierkanal tatsächlich die Brennräume zusätzlich kühlen.
Eigentlich geht das Wasser aber für die gesamte Motorkühlung weder am untersten Zylinder in den Motor noch direkt in die Brennräume. Wer es nicht glaubt mit Stocherdraht und Lampe nachschauen!
Bastelfreaks könnten theoretisch sogar das kleine Einströmfenster für den unteren Zylinder noch weiter verkleinern, um den untersten Zylinder mit noch weniger Wasser sozusagen im eigenen Saft schmoren zu lassen.

Die Ebza (oder eine ähnliche Zündung) wird das Wichtigste sein.
Der Jikov wird auch besser funktionieren als der BVF-Vergaser.
Bei der Registerbauform geht es ja gerade um bessere Teillastfunktion.

Klar, ausreichende Temperatur ist auch wichtig.

So, erstmal genug zerredet.





[Dieser Beitrag wurde 5mal bearbeitet, zuletzt am 01.10.2022 um 21:34.]
 
Verfasst am: 05.10.22 [14:10]
 
reno
bernatzky
Dabei seit: 26.05.2008
Beiträge: 233
@ Dennis
....soll heißen, würde man doch im Standgas bergauf fahren, würde der Zylinder wegen der Schräglage des Motors überfetten? ....Das glaubst du doch nicht wirklich selber?
.....Wo im Block das Wasser eingeleitet wird, ist ziemlich egal, nur eben nicht im Bereich des betroffenen Brennraumes des Kopfes.
.....Kühlwasserdurchflussmenge bei Staudruckkühlung vor dem Motor reduzieren sollte man lieber nicht. Grund...bei Langsamfahrt hat man automatisch weniger Staudruck, und die Menge des sich im Motor befindlichen Kühlwassers kann zu gering werden. es besteht die Gefahr der berüchtigten Dampfblase in den Kühlräumen, in deren Folge es zur Überhitzung des Motors kommen kann. Deshalb erst am Austritt des Kühlwassers aus dem Motor reduzieren.

wie sagte ein bekannter zu mir?:
"männer aus stahl fahren boote aus holz"
 
Verfasst am: 06.10.22 [08:00]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Hi Reno,
ich kann natürlich nicht reinschauen, ob da tatsächlich ein Benzinrinnsal nach unten läuft.
Im Vergaserhandbuch ist das aber fürs Auto so beschrieben worden.
Das war das Hauptproblem beim Wartburg Motor.
Optimierter Rillenkrümmer und Dämpfer wurden im Detail angepasst,, um den Effekt zu verringern.

Die Wandfilmproblematik ist so wichtig, dass es quasi ab dem 19 Jahrhundert in jeder Literatur ausführlichst durchgekaut wird.

Ein Motor, mit zur Seite zeigenden Zylindern übereinander, (z.B. Aussenboarder) ab drei oder mehr Zylinder kann sogar quasi überhaupt nicht vernünftig mit einem Vergaser betrieben werden, da es hier maximal auftritt.

Der ständige Wandfilmauf und -abbau im Krümmergewirr muss sogar in der Konstruktion und Abstimmung von Vergasern berücksichtigt werden, sonst gibts keine Leistung, zu hohen Verbrauch und miese Beschleunigung.

Bei Mehrvergaseranlagen ist das fast egal, da hier kaum Fläche da ist, wo sich Wandfilm und Pfützen bilden können.
Bei normalen Einspritzanlagen ebenso.

...Ist nicht auf meinem Mist gewachsen.



[Dieser Beitrag wurde 7mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.2022 um 14:08.]
 
Verfasst am: 06.10.22 [14:26]
 
dennisk
über Wasser
Dabei seit: 12.05.2008
Beiträge: 686
Ja, die Sache mit dem Einbauort des Kühlwasser-Drosselventils.

Hinterm Motor...ja, könnte ich mal testen.
Vllt. wird dann sogar die Temperatur stabiler. Mit zunehmender Geschwindigkeit sinkt die Temperatur. Wie es jetzt ist, ist es nur im Sommer brauchbar, wenn das Wasser wärmer reinkommt.

Aber eigentlich wäre Zweikreis nett.
In Einkreis wollte ich eigentlich keine Zeit mehr investieren.
Aber mir fehlt noch eine Idee für einen unempfindlichen, leicht zu reinigenden Wärmetauscher in kleiner Baugröße für unser kleines Motörchen aus Eisenach.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.2022 um 14:28.]
 
 

Klassikerhafen

Messe

Yachtdoktor